Nachdem es nur Nachtbusse und -züge nach Saigon zu wirklich unmöglichen Zeiten gab, fuhren wir am nächsten Tag in der Früh mit dem normalen Zug nach Ho Chi Minh City. Wir kamen am späten Nachmittag an und machten uns erstmal auf die Suche nach einem Hotel. Da es auch in Saigon genügend preisgünstige Zimmer gab, war das kein Problem. Nach dem Abendessen bummelten wir dann noch die Stadt, aber nachdem ich ein bisschen Probleme mit dem Bauch hatte verzichtete ich auf die üblichen Abendbierchen und ging ins Bett.
Am naechsten Tag stand dann ordentlich Sightseeing auf dem Programm. Wir begannen bei der Reuniification Hall (dem frueheren Praesidenten Palast). Dort standen auch noch alte Panzer und Flugzeuge aus der Zeit des Vietnam Krieges rum. Das Gebaeude an sich war aber ein haesslicher kommunistischer Plattenbau, den man sich schon mal anschauen kann, aber sicher nicht muss. Von dort ging es weiter zur Notre Dame Kathedrale, die aber leider zur Mittagszeit geschlossen hatte. Da auch das War Crime Museum ueber Mittag geschlossen hatte, bummelten wir durch die Stadt und genehmigten uns ein Mittagessen. Danach ging's aber dann direkt zum War Crime Museum, welches fuer mich wirklich erschreckend und schockierend war. Man kann sich nicht vorstellen, wie die Leute waehrend des Vietnam Krieges misshandelt und gefoltert wurden. Nach knapp zwei Stunden schockierender Bilder und Berichte hatten wir uns erstmal ein Bier verdient. Anschliessend gingen wir auf einen Markt und beschlossen dann aber nach einem ganzen Tag voll mit Laufen und Sightseeing zur Massage zu gehen.
In Ho Chi Minh City gibt es eine Einrichtung, wo man sich von Blinden massieren kann. Das ist einerseits serioes und andererseits unterstuetzt man das Blinden - Programm. Danach gabs ein wahnsinns Barbecue und Karaoke. Leider verletzte sich Jochen schon wieder, dieses mal rutsche er beim Tanzen aus und verstauchte sich den Knoechel. Damit war der Abend erstmal gelaufen und wir gingen heim.
Am naechsten Morgen ging's ins Mekong Delta. Der Ausflug entpuppte sich aber mehr als touristische Kaffeefahrt, bei der man alle 10 Meter irgendwelche lokalen Produkte von Honig ueber Klamotten, Lederwaren und Schnapps kaufen konnte. Wir schipperten ein bisschen mit Booten herum, wurden in Pferdekutschen herumkutschiert, sahen wie man aus Kokosnuessen Suessigkeiten machen kann und wurden mit lokalen Gesaengen unterhalten. Alles in allem war es ein netter und unterhaltsamer Tag, auch wenn ich mir persoenlich mehr landschaftliche Eindruecke vom Mekong Delta erwartet hatte.
Am naechsten Tag fuhren wir dann noch zu den Cu Chi Tunneln, eine Tunnel Netzwerk welches sich in der Naehe von Saigon ueber mehr als 250km erstreckt. Die Eingaenge zu den Tunneln waren so eng, dass ich mit meinen breiten Schultern nicht durchpasste. Zum Glueck gab es aber auch einen Tunnel, der extra fuer Touristen ausgebaut worden war. Ansonsten konnte man dort auch noch mit diversen Maschinengewehren schiessen, einen vietnamesischen Propagandafilm schauen und die Guerilla Methoden der Vietcong bestaunen. Zurueck in Saigon wollten wir dann noch einen kurzen Abstecher nach Chinatown machen. Unser Taxifahrer meinte er wuesste wo's hingeht. Als wir aber am Ziel angekommen waren, sah es irgendwie gar nicht nach Chinatown aus und wir schauten ihn fragend an. Da deutete er nur auf das Hotel auf der linken Seite und meinte "Sheraton". Das ganze muss man sich mit einen extremen asiatischen Akzent vorstellen. Wir fingen furchtbar an zu lachen und stiegen aus. Der arme Taxifahrer denkt aber wohl bis heute alles richtig gemacht zu haben. Schliesslich schafften wir es aber dann doch noch nach Chinatown, was leider wenig spektakulaer war. Deshalb widmeten wir uns lieber einem weiteren ueppigen Abendessen, bevor wir nach ein paar Feierabend Bierchen ins Bett gingen, weil es am naechsten Morgen schon um sechs mit dem Bus nach Cambodia ging.
