Mittwoch, 16. Dezember 2009

Saigon

Nachdem es nur Nachtbusse und -züge nach Saigon zu wirklich unmöglichen Zeiten gab, fuhren wir am nächsten Tag in der Früh mit dem normalen Zug nach Ho Chi Minh City. Wir kamen am späten Nachmittag an und machten uns erstmal auf die Suche nach einem Hotel. Da es auch in Saigon genügend preisgünstige Zimmer gab, war das kein Problem. Nach dem Abendessen bummelten wir dann noch die Stadt, aber nachdem ich ein bisschen Probleme mit dem Bauch hatte verzichtete ich auf die üblichen Abendbierchen und ging ins Bett.

Am naechsten Tag stand dann ordentlich Sightseeing auf dem Programm. Wir begannen bei der Reuniification Hall (dem frueheren Praesidenten Palast). Dort standen auch noch alte Panzer und Flugzeuge aus der Zeit des Vietnam Krieges rum. Das Gebaeude an sich war aber ein haesslicher kommunistischer Plattenbau, den man sich schon mal anschauen kann, aber sicher nicht muss. Von dort ging es weiter zur Notre Dame Kathedrale, die aber leider zur Mittagszeit geschlossen hatte. Da auch das War Crime Museum ueber Mittag geschlossen hatte, bummelten wir durch die Stadt und genehmigten uns ein Mittagessen. Danach ging's aber dann direkt zum War Crime Museum, welches fuer mich wirklich erschreckend und schockierend war. Man kann sich nicht vorstellen, wie die Leute waehrend des Vietnam Krieges misshandelt und gefoltert wurden. Nach knapp zwei Stunden schockierender Bilder und Berichte hatten wir uns erstmal ein Bier verdient. Anschliessend gingen wir auf einen Markt und beschlossen dann aber nach einem ganzen Tag voll mit Laufen und Sightseeing zur Massage zu gehen.

In Ho Chi Minh City gibt es eine Einrichtung, wo man sich von Blinden massieren kann. Das ist einerseits serioes und andererseits unterstuetzt man das Blinden - Programm. Danach gabs ein wahnsinns Barbecue und Karaoke. Leider verletzte sich Jochen schon wieder, dieses mal rutsche er beim Tanzen aus und verstauchte sich den Knoechel. Damit war der Abend erstmal gelaufen und wir gingen heim.

Am naechsten Morgen ging's ins Mekong Delta. Der Ausflug entpuppte sich aber mehr als touristische Kaffeefahrt, bei der man alle 10 Meter irgendwelche lokalen Produkte von Honig ueber Klamotten, Lederwaren und Schnapps kaufen konnte. Wir schipperten ein bisschen mit Booten herum, wurden in Pferdekutschen herumkutschiert, sahen wie man aus Kokosnuessen Suessigkeiten machen kann und wurden mit lokalen Gesaengen unterhalten. Alles in allem war es ein netter und unterhaltsamer Tag, auch wenn ich mir persoenlich mehr landschaftliche Eindruecke vom Mekong Delta erwartet hatte.

Am naechsten Tag fuhren wir dann noch zu den Cu Chi Tunneln, eine Tunnel Netzwerk welches sich in der Naehe von Saigon ueber mehr als 250km erstreckt. Die Eingaenge zu den Tunneln waren so eng, dass ich mit meinen breiten Schultern nicht durchpasste. Zum Glueck gab es aber auch einen Tunnel, der extra fuer Touristen ausgebaut worden war. Ansonsten konnte man dort auch noch mit diversen Maschinengewehren schiessen, einen vietnamesischen Propagandafilm schauen und die Guerilla Methoden der Vietcong bestaunen. Zurueck in Saigon wollten wir dann noch einen kurzen Abstecher nach Chinatown machen. Unser Taxifahrer meinte er wuesste wo's hingeht. Als wir aber am Ziel angekommen waren, sah es irgendwie gar nicht nach Chinatown aus und wir schauten ihn fragend an. Da deutete er nur auf das Hotel auf der linken Seite und meinte "Sheraton". Das ganze muss man sich mit einen extremen asiatischen Akzent vorstellen. Wir fingen furchtbar an zu lachen und stiegen aus. Der arme Taxifahrer denkt aber wohl bis heute alles richtig gemacht zu haben. Schliesslich schafften wir es aber dann doch noch nach Chinatown, was leider wenig spektakulaer war. Deshalb widmeten wir uns lieber einem weiteren ueppigen Abendessen, bevor wir nach ein paar Feierabend Bierchen ins Bett gingen, weil es am naechsten Morgen schon um sechs mit dem Bus nach Cambodia ging.

Nha Trang

Die Nacht im Schlafbus war wenig spektakulär und m nächsten Morgen waren wir um sechs in Nha Thrang. Nachdem wir uns erst ein Hotel gesucht hatten, gab es erstmal ein anständiges Frühstück mit Omlett und Kaffee. Frisch gestärkt mächten wir uns erst auf Richtung Bahnhof um schon mal unsere Zugtickets für den nächsten Tag zu buchen, da wir keinem der Hotelmanager noch so richtig über den Weg trauten.

Anschließend ging es zur ersten Attraktion der Stadt, einer Buddha Statue hinter einem weiteren Tempel. Erst da realisierten wir, dass wir alle noch ziemlich geschlaucht von der Nacht waren und eigentlich relativ wenig Lust auf den hundert und drei und vierzigsten Tempel hatten. Deshalb beschlossen wir in eine nahe gelegenes Spa zu fahren, welches berühmt für seinen Heilschlamm und seine heißen Quellen war. Gesagt getan. Für ganze drei Euro durften wir uns eine knappe Stunde im Schlamm suhlen und anschließend in Becken mit heißem Mineralwasser entspannen. Eine Riesen Gaudi. Nach ca 3 Stunden hatten wir aber genug von Entspannungs-Bädern und wir suchten uns ein kleines Restaurant mit Meerblick. Leider konnte das Personal überhaupt kein Englisch, aber mit den Bildern in der Speisekarte konnten wir dann doch irgendwie unsere Bestellung aufgeben. Das Ergebnis war ein weiteres Festmahl für 3 Euro (inklusive 3 Getränken pro Person, Seafood, Gemüse und Reis). Das Preis-Leistungs-Verhältnis in Vietnam für Essen und Trinken war echt unschlagbar.

Am Nachmittag besichtigten wir dann doch noch eine kleine Tempelanlage, weil wir alle ein schlechtes Gewissen hatten, dass wir an dem Tag erst so wenig Kultur gesehen hatten verglichen mit den anderen Tagen. Danach ging's aber auf die Dachterasse unsres Hotels,wo wir uns gemütlich in Hängematten bis zum Abendessen unseren Büchern widmeten. Das Abendessen war wie zu erwarten wieder ein Festmahl und nach ein paar Runden Billard ging's ins Bett.

Hue und Hoi An

Nach einer Nacht im Schlafwagon waren wir zwar nicht unbedingt die frischesten, aber nach einer warmen Dusche doch fit genug um zur purpurnen Stadt zu gehen, der ehemaligen Hauptstadt. Leider holte mich dort das Schicksal wieder ein, dem ich zuvor erfolgreich zwei Monate lang enteilt war. Ich verlor mal wieder was, dieses Mal meinen Geldbeutel mit allen Bankkarten, ein bisschen Bargeld und anderen Sachen, die zwar nicht so wichtig, aber doch schöne Andenken an die Zeit in Singapore gewesen wären, z.B. meine NUS Student Card. Die Purpurne Stadt war somit für mich gelaufen und ich fuhr sofort zurück ins Hotel, wo ich mit der Hilfe von meinem Paps alle Karten sperren konnte. An dieser Stelle nochmal ein dickes Dankeschön und Entschuldigung für all das Chaos das ich mal wieder verursacht hatte.

Beim ganzen email schreiben stolperte ich dann über ein Email vom Atlantik Hotel in Hanoi. Der Manager war besorgt und wollte wissen, ob alles mit uns okay sei, weil wir doch eine Anzahlung geleistet hätten, aber nie in seinem Hotel angekommen wären. Da wurde uns bewusst, wie krass wir beschissen worden waren. Uns war zwar kein finanzieller Schaden entstanden aber allein das Gefühl auagetrickst geworden zu sein, wurmte uns schon sehr. Den Rest des Tages verbrachten wir dann mit dem Besichtigen von Pagoden, dem Markt bevor wir den Tag mit tollem Fisch, Bier und Billard ausklingen ließen.

Da wir am nächsten Tag nur eine vergleichsweise kurze Wegstrecke zurücklegen mussten, hatten wir uns für den Mittagsbus nach Hoi An entschieden, was uns am Vormittag noch die Zeit gab eine berühmte Grabanlage zu besichtigen. Dieses Mal blieb ich vom Unglück verschont, aber Jochen rutschte auf ein paar nassen Steinen aus und viel von einer kleinen Mauer. Zum Glück war der Boden ordentlich vom Regen aufgeweicht und matschig, sodass er sich nicht wirklich weh tat, aber seine Klamotten konnten wir erstmal in Hoi An in die Wäsche geben.

Dort kamen wir dann am späten Nachmittag an. Die Stadt ist unter anderem bekannt für seine über 2000 Schneider und die historische Altstadt, die im Licht der Lampions auch wirklich zauberhaft aussah. Nachdem wir ein bisschen herum gebummelt waren, beschlossen wir am Fluss auf einer Dachterasse zu Abend zu essen und einmal mehr war das Essen einfach wahnsinn.

Am nächsten Tag stand dann ein bisschen Sightseeing auf dem Programm, unter anderem der lokale Markt, eine alte japanische Brücke und alte Häuser. Nachdem wir (mal wieder) ausgiebig zu Mittag gegessen hatten ließen wir es am Nachmittag etwas ruhiger angehen und nachdem wir hoch einen alten Tempel gesehen hatten gingen wir zurück zum Hotel wo wir die letzte Stunde bevor unser Nachtbus kam mit Lesen, Postkarten schreiben und Emails verbrachten.

Halong Bay und Hanoi

Früh morgens am Mittwoch den 02. Dezember wurden wir am Hotel abgeholt und nach Halong Bay gebracht. Dort bestiegen wir mit ca. 15 anderen Leuten ein Boot und raus ging es in eine der berühmtesten Buchten der Welt. Zuerst gab es lunch auf dem Boot. Anschließend schipperten wir vorbei an irgendwelchen Felsmassiven, die dort zu tausenden aus dem Wasser ragen. Es sah wirklich beeindruckend aus. Nachdem wir noch zwei Höhlen besichtigt und uns bewusst viel Zeit gelassen hatten ging es zurück aufs Boot. Der Grund unsere Trödelei war der Sonnenuntergang den wir unbedingt auf dem Boot sehen wollten, was uns zum Glueck auch gelang. Anschließend ging es drei Stunden lang zurück nach Hanoi. Ein erfolgreicher Tag wurde dann mit Abendessen und ein paar lokalen Bieren (die übrigens überall je nach location nur zwischen 35 Cent und €1,35 kosten, aber nie mehr. Meistens war Cola teurer als Bier, also kann sich der aufmerksame Leser ausmalen was das Hauptgetränk unserer Reise war) im Old Quarter der Stadt zu Ende gebracht.

Am Donnerstag sah unser Reiseplan Sightseeing in Hanoi vor und abends mit dem Nachtzug nach Hue. Wir besuchten das Ho Chi Minh Mausoleum, seine letzten Wohn - und Arbeitsstätten und das Museum of Anthropology. Nach einem leckerem lunch auf einer Dachterasse waren wir noch im Temple of Literature und bummelten ein bisschen durch's Old Quarter. Danach ging's nochmal kurz ins Hotel, wo wir endlich unsere Zugtickets abholen konnten. An dieser Stelle ein wichtiger Hinweis für alle die noch durch Vietnam reisen wollen: Kauft die Zugtickets nur am Bahnhof. Unser freundlicher Hotel-Manager hatte nämlich nicht nur den langsameren (und somit auch deutlich billigeren) Zug gebucht, sondern auch fast doppelt so viel dafür verlangt und sich somit selbst eine gute Provision genehmigt. Stocksauer aber auch einigermaßen müde schliefen wir aber dann kurz nach der Abfahrt ein.

Vietnam - Der Anfang

Der Beginn unserer Reise nach Vietnam war gekennzeichnet von einigen Schwierigkeiten und Anfängerfehlern, die uns eigentlich nicht hätten passieren dürfen. Jochen, der unsere Flüge gebucht hatte, hatte bereits eine Woche vor Abflug für die erste Aufregung gesorgt. Er hatte nämlich unsere Flüge statt wie geplant für den 2. Dezember aus Versehen für den 1. Dezember gebucht. Das Problem war, dass 3 Mitglieder unsere fünf-köpfigen Reisegruppe an dem Tag noch eine Prüfung schreiben mussten und es da eine signifikante zeitliche Überschneidung gab. Nachdem wir aber dem Professor unsere Situation erklärt und im Dean's Office vorgesprochen hatten, durften Till, Jochen und ich eine Stunde früher und unter besonderer Aufsicht die Prüfung schreiben. Eine solche Ausnahmeregelung, so ließ man uns wissen, hätte es in den letzten zehn Jahren nicht gegeben.

Wir waren natürlich super happy und gleich nach der Prüfung ging es zum Flughafen. Dort warteten bereits Lukas und Michael (sprich der Rest unserer Reisegruppe) sowie weitere Probleme auf uns. Lukas, Till und Jochen hatten nämlich Visas, die sie erst ab dem 02. Dezember zur Einreise nach Vietnam berechtigte, was beim ursprünglichen Flugtermin auch kein Problem gewesen wäre. Mit viel Charme und ein bisschen Flunkern konnten wir dann aber die Check-in lady überzeugen, dass schon alles okay wäre. Wir wussten zum dem Zeitpunkt natürlich nicht, was die Einreise-Beamten in Vietnam zu dem Thema zu sagen haben würden.

Glücklicherweise hatten die Zoll-Beamten aber auch nix dagegen und ließen die drei anstandslos einreisen. Nachdem wir uns mit Vietnamesischen Dongs ausgestattet hatten, fuhren wir mit dem Taxi zu unserem Hotel. Als wir dort ankamen, erklärte uns ein freundlicher junger Vietnamese, dass wir leider auf ein anderes Hotel umgebucht werden mussten, welches aber dem gleichen Besitzer gehörte. Wir schenktem ihm Glauben, was sich noch als folgenschwerer Irrtum herausstellen sollte. Nach einem kurzen dinner und ein paar drinks ging es dann aber ins Bett, weil am nächsten Tag ein Tagestrip nach Halong Bay auf dem Programm stand.

Montag, 30. November 2009

Die letzten Uni Tage

Man mag es kaum glauben, aber morgen um 14:30 Uhr ist mein Auslandssemester in Singapore offiziell vorbei. Wenn man zurueck blickt, ist die Zeit unglaublich schnell vergangen, aber ich habe auch unglaublich viel erlebt seit Juli. Das meiste hab ich ja bereits berichtet, aber bevor ich morgen meinen Trip nach Vietnam und Kambodscha antrete, gibt es noch ein kurzes Update.

Seit ich aus Shanghai zurueck gekommen bin, war vor allem Lernen angesagt fuer meine Abschlusspruefungen. Trotzdem blieb noch genug Zeit fuer die ein oder andere vergnuegliche Aktivitaet.

Inspiriert von den kulinarischen Koestlichkeiten in China ging es eines Abends zum Beispiel ins Rotlichtviertel von Singapore, weil es dort angeblich das beste Essen der Stadt gibt. Da die meisten Leute dort inzwischen wirklich nur noch zum Essen hingehen, ist von dem urspruenglichen Rotlichtviertel nicht mehr viel zu sehen. Kulinarisch wurde ich auch wirklich nicht enttaeuscht. Es gab Froschschenkel, Austernomelette und Carrot Cake, und ich kann wirklich jedem nur empfehlen, mal zum essen in diese Ecke der Stadt zu fahren.

Natuerlich musste auch unser Trip nach Vietnam und Kambodscha organisiert werden, was ich in Zusammenarbeit mit dem Jochen, einem meiner neuen Freunde hier in Singapore, mit viel Freude und dem ein oder anderen Bier gemacht habe. Mal schauen, ob alles so klappen wird, wie wir uns das vorgestellt haben.

Am vergangenen Samstag waren wir dann noch beim Pferderennen. Seit meiner Zeit in Minneapolis bin ich ein grosser Fan von Veranstaltungen dieser Art und ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, in moeglichst vielen verschiedenen Laendern zu Pferderennen zu gehen. Ein satter Gewinn von 10 SGD (umgerechnet 5 Euro) trug natuerlich massgeblich zum Erfolg dieses Ausfluges bei.

Abgesehen von den eher unspektakulaeren oben erwaehnten Aktivitaeten, war ich den letzten zwei Wochen auf zahlreichen Abschiedsparties, da ein Austauschstudent nach dem anderen Singapore wieder verlassen hat. Morgen gehoere auch ich dazu, auch wenn ich vom 16. bis 20. Dezember noch ein paar Tage hier verbringen werde.

Ich bin wahnsinnig dankbar, dass ich das alles hier erleben durfte. Ich hatte eine unglaublich tolle Zeit hier und ich konnte wirklich einiges mitnehmen. Ich hoffe auch euch ein paar Freuden mit meinen Berichten bereitet zu haben. Von Vietnam und Kambodscha werde ich aber auf alle Faelle noch zu berichten wissen. In diesem Sinne viele Gruesse in die Heimat und bis bald.

Dienstag, 17. November 2009

China

Nachdem ich das meiste für die Uni erledigt hatte (siehe vorheriger Eintrag) ging es am Donnerstag Morgen Richtung Shanghai. Dort angekommen musste ich sogleich die erste Schwierigkeit überwinden, da absolut niemand dort Englisch am Flughafen spricht und ich der netten Dame am Immigrations Office einfach nicht klarmachen konnte, dass ich noch nicht weiss wo ich meine erste Nacht verbringen werde. Glücklicherweise konnte ich meinen Freund Jun telefonisch erreichen, der dann einem anderen Officer auf chinesisch die Adresse durchgeben konnte. Dann war es endlich soweit und ich betrat zum ersten Mal chinesischen Boden.

Mein ehemaliger Mitbewohner und Freund Jun, wartete bereits auf mich mit dem A6 seines Papas und wir fuhren nach Dowtown Shanghai. Da Juns Eltern etwas außerhalb von Shanghai wohnen (in etwa die Distanz Regensburg – München), war der Plan die ersten zwei Nächte im Hotel in Shanghai zu verbringen, dann für zwei Nachte in Jun’s Heimatstadt zu fahren und dann die letzte Nacht wieder in Shanghai zu verbringen.

Nachdem wir eingecheckt hatten, ging es sofort in eine riesen Mall, in der es auch einige sehr gute Restaurants mit Blick auf den Fluss und den Bund (alte Gebäude von den Europäern gebaut) gab. Der gute Jun übernahm (wie auch im weiteren Verlauf meines Aufenthalts) das Bestellen. Bis zum jetzigen Zeitpunkt weiss ich leider immer noch, was ich alles gegessen habe, aber es war unglaublich lecker. Was ich weiß, war Quallen – Carpaccio und Haifischflossensuppe (was ich mir persönlich nie selbst bestellt hätte, weil ich die Art und Weise wie die Chinesen die Viecher abschlachten nicht okay finde, aber Jun meinte, dass ich diese lokale Spezialität unbedingt einmal probiert haben musste). Anschließend gingen wir noch auf ein paar drinks in ein paar Bars und dann ins Hotel.

Am nächsten Tag gab es erst chinesisches Frühstück mit Gebaeck und suesser Bohnensuppe (kann man mal essen, muss man aber nicht jeden Tag haben) und holten dann eine alte Freundin von Jun ab, mit der wir dann Mittagessen gingen. Dieses Mal wusste konnte ich zumindest identifizieren was es gab und es war wieder extrem lecker. Eine Info am Rande: Essen spielt in China eine sehr große Rolle und es wird immer so viel bestellt, dass die Sachen fast keinen Platz mehr auf dem Tisch haben und dass man überhaupt gar nicht alles aufessen kann. Das sympathischste ist aber, dass es Nudeln und Reis erst ganz zum Schluss gibt, falls man wirklich noch Hunger haben sollte. Davor gibt es Fleisch, Fisch, Gemüse etc. aber keine Beilagen.

Nach dem ausgiebigen Mittagessen stand Sightseeing auf dem Programm. Da es aber schweinkalt in Shanghai war (ca. 10 Grad, gefühlte Minus 10 Grad für mich nachdem ich in Singapore konstant 30 Grad habe), musste ich mir erstmal eine Wollmütze kaufen. Dann besichtigten wir einen der ältesten buddhistischen Tempel der Stadt, einen wunderschönen chinesischen Garten und gingen danach in ein chinesisches Kaufhaus, in dem es günstige chinesische Markenreplikate in unglaublicher Qualitaet gab. Der aufmerksame Leser ahnt bereits was als naechstes kommen wird... Vollkommen richtig: Abendessen! Dieses Mal gab’s unter anderem Taubensuppe, es war natürlich wieder ausgiebig und anschließend ging es in einen Club zum Feiern.

Am nächsten Morgen verließen wir Shanghai und fuhren erst zu einem im Westen gelegenen 1000 Jahre alten chinesischen Dorf genannt Xitang. Obwohl inzwischen alle Dorfbewohner Computer und Handys haben, versucht man das Ganze so traditionell wie möglich zu gestalten, was leider nur zum Teil gelingt. Der Kommerz steht eindeutig im Vordergrund und wenn die Chinesin gerade nicht essen (ein Restaurant reihte sich beinahe an das nächste, dazwischen ein paar einfach Fressstände und Cafes), dann kaufen sie ein. Somit gab es in allen Häusern, die nicht gerade Restaurant oder Hotels waren, die Möglichkeit einzukaufen. Das Dorf hat übrigens auch durch Tom Cruise an Beliebtheit gewonnen, weil er dort im Film Mission Impossible 3 durch die Gassen läuft.

Anschließend ging es in Jun’s Heimatstadt, wo bereits die halbe Familie (Eltern, Oma, ein Onkel, zwei Cousins und eine Cousine) im kleinen Restaurant der Tante auf uns wartete. Nachdem ich noch nie Schlange gegessen hatte, hatte Jun vorher Bescheid gegeben und das natürlich wieder überaus üppige Essen begann mit Schlangen Suppe. Anschließend gab es gegrillte Schlange und viele andere Köstlichkeiten. Für alle die ebenfalls mal Schlange probieren wollen: Das Fleisch ist sehr lecker, relativ fest und eine Mischung zwischen Huhn und Fisch. Leider war ich nicht hundert prozentig von der Zubereitungsart überzeugt, weil ich im Grunde genommen die meiste Zeit damit beschäftigt war, Gräten und Knorpel auszuspucken. Das bringt mich gleich zum nächsten Punkt: Chinesische Tischmanieren: Im Grunde ist alles erlaubt. Was man nicht isst, spuckt man vor sich auf den Teller (muss auch nicht dezent sein), man schlürft wenn es einem schmeckt, man zündet sich eine Zigarette an, wenn einem danach ist und man prostet sich alle 3 bis 5 Minuten zu. Leider konnte ich nicht so wirklich mit dem Clan kommunizieren, da Jun der einzige ist der gutes Englisch spricht. Seine zwei jüngeren Cousins lernen es zwar in der Schule, hatten aber zu viel Angst um mit mir zu reden.

Nachdem im Haus von Jun’s Eltern leider kein Gästezimmer zur Verfügung stand ging es nach dem Essen erstmal zur Massage und danach ins Hotel. Am nächsten Morgen fuhren wir dann mit den Eltern zu einem Geschäftspartner von Juns Vater. Dieser produziert Motorräder, Roller und Elektroscooter wofür Jun’s Eltern die Batterien liefern. Nachdem mit der Geschäftspartner stolz seine englische Broschüre gezeigt hatte und ich gefühlte 50 Fehler allein auf der ersten Seite gefunden hatte, machte ich mich erstmal nützlich und verbesserte zusammen mit Jun den Text. Er war super dankbar dafür und man kann es schon erahnen, lud uns alle zum Mittagessen in ein sehr nobles chinesisches Fischrestaurant ein. Es gab diverse gegrillte Fische, Garnelen und wahrscheinlich die groessten Austern die ich je in meinem leben gegessen habe.

Danach fuhren die Zhangs und ich zu einer der groessten Buddha Statuen Chinas. Nachdem Juns Vater nicht besonders gläubig ist, beschloss er im Auto auf uns zu warten und ein Nickerchen zu machen. Juns Mutter war aber hellauf begeistert und versuchte mir alles zu erklären. Leider war das Wetter nicht besonders gut, denn es begann zu regnen und bei inzwischen nur noch 5 Grad kann man sich auch angenehmere Sachen vorstellen, als bei dem Wetter im Freien herumzulaufen, aber egal. Anschließend ging es wieder zurück in Jun’s Heimatstadt und zum Abendessen mit der ganzen Famiie (dieses Mal waren neben den Eltern, zwei Onkels, die Tante, die Oma und noch Freunde des einen Onkels dabei). Es gab wieder Schlange, außerdem frittierte Grillen, Schaf, Hase und ein paar andere Dinge, die ich wieder nicht kannte, aber natürlich brav ass. Juns Onkel hatten es sich zur Aufgabe gemacht, mich betrunken zu machen, was ihnen leider nicht gelang. Deshalb fuhren Jun und ich anschliessend noch in eine lokale Bar, wo ich mit den Barkeepern ein lokales Würfelspiel ca. 20 Stunden lang spielte und vollbrachte, was den Onkeln vorher nicht gelungen war ;-)

Der nächste Tag begann wie der letzte geendet hatte – mit Alkohol und Essen. Beim abschließenden Mittagessen mit der Familie, gab es wieder Schlange (dieses Mal eine andere, die mir persönlich besser schmeckte), Krebse und wieder viel chinesischen Reiswein. Außerdem wurde ich beschenkt, als ob schon Weihnachten wäre (Zwei Teekannen einmal von Juns Eltern, einmal von seinem älteren Onkel, eine Schriftrolle mit alten Chinesischen Zeichen, die ich mir an die Wand hängen soll, ebenfalls vom älteren Onkel, außerdem noch eine besondere Art von chinesischem Tee, welcher zu einer großen Platte zusammengepresst wurde und ganz komisch zubereitet wird. Ich denke aber, dass ich ihn einfach so lassen werde, weil das ganze viel zu beeindruckend ist, als das man das einfach so trinken kann).

Zurück in Shanghai gingen wir erst noch mal einkaufen und dann mit zwei Freunden von Jun zum Abendessen. Dieses Mal gab es traditionellen Hotpot, allerdings gibt es ausnahmsweise keine kulinarischen Besonderheiten zu berichten. Danach gingen wir ein eine Entspannungslandschaft chinesischer Art. Ich weiß leider nicht, wie man das anders nennen kann, denn es gab einfach alles da: Sauna, heiße Bäder, Massage, Live Comedy und anderes Unterhaltungsprogramm, Billard, Tischtennis, Kartenspiele und vieles mehr. Nachdem wir uns erstmal eine Massage gegoennt hatten, beschlossen wir auch die Nacht da zu verbringen, da wir ansonsten um Mitternacht noch in ein Hotel haetten fahren muss. Fuer zwei Euro Aufpreis konnte man aber einfach in den überdimensionalen Sesseln im großen Entspannungsraum schlafen. Jeder der Sessel war mit einem eigenen Fernseher ausgestattet und am nächsten Morgen gab es sogar Frühstück.

Am Dienstag – und somit letzten Tag meines Kurztrips – fuhren wir dann noch mal in die Innenstadt zum Peoples’ Square und in ein Museum, welches nicht nur Shanghai in Miniaturansicht bietet sondern auch über die im kommenden Jahr stattfindende Expo ausführlich berichtet. Nach einem letzten chinesischen Essen ging es dann zurueck zum Flughafen und nach Singapore.

Mein Fazit: China ist absolut beeindruckend. An allen Ecken und Ende wird gebaut. Hochhäuser schießen nur so aus der Erde, sodass sogar der Jun manchmal Probleme hatte sich zurecht zu finden, weil vor zwei Jahren noch vieles anders aussah oder nicht vorhanden war. Die Weltwirtschaftkrise ist somit definitiv nicht in China angekommen. Die beliebtesten Autos in China kommen aus Deutschland, wobei der VW Santana mit Abstand das meist gefahrenste Auto in Shaghai ist. Aber auch die anderen Volkswagen Modelle, Audi, BMW, Mercedes und Porsche sind alle paar Meter auf den Strassen zu sehen. Die Chinesin waren unglaublich nett und zuvorkommend. Jun’s Familie hat mich behandelt wie ihren eigenen Sohn und das trotz der sprachlichen Barrieren. Auch alle anderen Menschen, die ich in den letzten Tage getroffen habe, waren super freundlich und wollte immer mit mir sprechen, auch wenn wir uns mit Händen und Fuessen verständigen mussten. Vom Essen war ich mehr als nur begeistert. Es gibt fast alles nur erdenkliche. Wer wirklich alles mal essen möchte, muss weiter in den Westen von China. Dort gibt es wirklich das volle Programm mit Hunden, Katzen, Ratten etc.

Ich denke, dass ich nicht zum letzten Mal in China war und ich hoffe, dass ich euch mit diesem langen Eintrag nicht zu sehr gelangweilt habe, aber ich musste einfach alles erzählen was ich in den letzten Tagen so erlebt habe. In diesem Sinne, viele Gruesse. Ich melde mich wieder wenn meine Abschluss Examen vorbei sind.

Mittwoch, 11. November 2009

Reflektionen

Vieles im Leben erscheint auf einmal sehr nebensaechlich und unwichtig, wenn jemand keinen anderen Ausweg weiss und Selbstmord begeht. Als ich heute Morgen die Meldung gelesen habe, konnte ich einfach nicht fassen, was Robert Enke getan hat. Er war einer der sympathischsten deutschen Spieler, bei dem immer nur das Sportliche im Vordergrund stand. Nie gab es irgendwelche Meldungen aus seinem Privatleben, keine Skandale und dann wirft er sich einfach so vor einen Zug. Ich bin sprachlos, schockiert und wirklich traurig.

Eigentlich wollte ich heute noch kurz berichten, wie es mir in den letzten Wochen ergangen ist, aber im Moment fehlen mir die Worte das ausfuehrlich zu gestalten. Trotzdem gibt es hier an dieser Stelle ein kurzes Update, bevor ich morgen fuer sechs Tage zu meinem ehemaligen Mitbewohner Jun nach Shanghai fliege.

Beginnen moechte ich an Halloween, welches mit Abstand das lustigste Halloween Fest war, das ich jemals hatte. Als Caesar verkleidet wurde ich im Party Viertel der Stadt ca. 50 Mal angesprochen um Fotos mit irgendwelchen Locals zu machen. Insgesamt waren sicher 95% aller Leute da verkleidet und wir hatten bis frueh am Morgen richtig viel Spass.

Am selben Wochenende war ein guter Freund von mir aus Rotterdam, der gute Jonas Grella, zu Gast in Singapore. Er selbst ist im Moment auf Austausch in Taiwan, wollte es sich aber nicht nehmen lassen mich hier zu besuchen.

Anschliessend begann dann die richtig heisse Uni Phase mit mehreren Abschluss Praesentationen, Hausarbeiten und Examen. Bis auf drei Gruppenprojekte und zwei Examen bin ich aber soweit jetzt auch schon fertig, weshalb ich morgen Frueh auch ruhigen Gewissens nach China fahren kann.

Wie schon mal in einem frueheren Eintrag erwaehnt, ist den Bewohnern Singapores Essen und Feiern sehr wichtig. Deshalb steht jedem Professor an der NUS Business School ein gewisses Budget fuer seine Studenten zur Verfuegung, welches in der Regel in der letzten Vorlesung, nachdem fast alles vorbei ist, fuer Pizza, Sandwiches etc. ausgegeben wird. Somit hatte ich in den letzten 36 Stunden 3 Mal Pizza, dazu kam ein Abschiedsessen fuer alle Austauschstudenten und irgendwie hab ich das Gefuehl, dass ich ausser lernen im Moment wirklich nur am Essen bin...

Sobald ich von Shanghai zurueck bin stehen, wie schon erwaehnt, noch drei Projekte an, die aber beinahe schon fertig sind. Nach den verbleibenden zwei Examen geht es dann mit ein paar Freunden fuer zwei Wochen nach Vietnam und Kambodscha, bevor am 17. Dezember meine Altvorderen nach Singapore kommen und es dann am 20. weiter nach Thailand geht, wo dann auch schon die Silvana auf uns wartet.

Es gibt also noch einige Dinge und Reisen, die hier noch auf mich warten und auf die ich mich sehr freue. Trotzdem muss ich sagen, dass ich mich so langsam auch wieder auf Rotterdam freue, denn wenn ich nach Hause komme, warten da nicht nur meine Freunde, sondern auch eine Bachelor Thesis und ein paar spannende Entscheidungen, wie es denn nach meinem Bachelor weitergeht, auf mich. In diesem Sinne, gute Nacht und bis naechste Woche, wenn ich hoffentlich einiges von Shanghai zu berichten habe.

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Jakarta

Wie bereits angekuendigt waren wir vergangenes Wochenende in Jakarta. Zuerst ein paar Fakten: Die Einwohnerzahl wird zwischen 14 und 23 Millionen geschaetzt, je nachdem was man jetzt noch als Jakarta Stadt bezeichnet oder was schon als Umland gilt. Die Stadt wird trotzdem im Moment als 11. groesste Stadt der Welt gefuehrt. Das Wort Umweltbewusstsein gibt es auf indonesisch nicht, deshalb liegt ueberall Dreck und es stinkt gewaltig, was der Stadt den Spitznamen "The Big Durian" (die Koenigsfrucht in Asien, die aber auch unglaublich stinkt) eingebracht hat. Ausserdem gibt es keinerlei U-Bahn, S-Bahn, Tram-Bahn, nur Busse und Taxis und bei so vielen Einwohnern fuehrt das natuerlich zwangslaeufig zu Stau.

Und damit beginnt auch meine Berichterstattung, denn Stau war das erste was uns auf dem Weg vom Flughafen zum Hotel erwartete. Da wir ein sehr gutes Angebot bekommen hatten, beschlossen wir fuer zehn Euro pro Nacht und Nase in ein anstaendiges Vier Sterne Hotel zu gehen. Da die Jugendherbergen auch mindestens vier Euro gekostet haetten und Jakarta generell als eher gefaehrliche Stadt gilt, waren uns die Sicherheit und der Komfort schon sechs Euro mehr wert. Als wir dann endlich um halb zehn abends da waren, ging es auch sogleich weiter zum Abendessen und von da weiter aus in die X-Lounge, einen der besten Clubs die ich je gesehen habe, sowohl was Location als auch Musik betrifft. Zum ersten Mal konnten wir an diesem Abend die grosse Luecke sehen, die zwischen arm und reich in Jakarta klafft.

Am naechsten Tag sollte sich der Eindruck bestaetigen, als wir nach dem Besuch des Hafens in eine der bekanntesten Malls der Stadt fuhren. Von Gucci ueber Armani und Louis Vitton war da wirklich alles vertreten. Da es in unserer Preisklasse eher nichts zu kaufen gab, ging es weiter in eine andere Mall, die aber so unuebersichtlich und voll war, dass wir auch da nicht so wirklich in Shopping Laune kamen, obwohl uns Jakarta als Einkaufsparadies angepriesen worden war und ich dringend neue Unterhosen und Socken gebraucht haette. Nachdem man, wie oben beschrieben, relativ viel im Stau steht wenn man von Punkt A nach Punkt B faehrt, war es auf einmal spaeter Nachmittag und wir beschlossen zurueck ins Hotel zu fahren, um uns da eine klassische indonesische Massage auf dem Hotelzimmer zu goennen.

Sehr entspannt ging es dann weiter zum Abendessen, dem kulinarischen Highlight des Wochenendes, bzw. auch mit das Beste was ich ueberhaupt bis jetzt in Asien gegessen hatte. Es gab japanisches Barbecue, eine Art Fondue, bei der man sein Fleisch oder Seefood in einer grossen Schale mit frischer Gemuesebruehe gart. Als das ganze Fleisch und das in der Suppe schwimmende Gemuese aufgegessen war, wurden noch Nudeln in die Suppe geworfen, welche wir aber gar nicht mehr komplett aufessen konnten, weil wir davor schon so unglaublich viel gegessen hatten. Es war einfach wahnsinn. Anschliessend ging es noch in eine Bar mit Live Musik, wo wir von einer Modelagentin angesprochen wurden, die uns fuer ein Fotoshooting ca. 700 Euro pro Person geboten haette. Das Problem war nur, dass unser Flug zeitlich vor dem Fotoshooting war und wir somit bedauerlicherweise dieses Angebot ausschlagen mussten.

Am Montag stand dann noch Sightseeing auf dem Programm. Zuerst ging es zum National Monument, welches an die Unabhaengigkeit von den Niederlanden erinnern soll. Da Montag war, durften wir leider nicht nach oben fahren um von da die in Smog gehuellte Stadt zu sehen, deshalb ging es weiter zur groessten Moschee Suedost Asiens. Nachdem wir dort in Kitteln, die auch aus einem Harry Potter Film stammen koennten, herumgefuehrt worden waren, ging es weiter in eine anstaendige katholische Kathedrale, welche praktischerweise gleich auf der anderen Strassenseite war. Da wir den halben Tag in der Affenhitze herumgelaufen waren, fuhren wir dann in eine nahe gelegene Mall um da bei guter Aircondition Mittag zu essen. Da wir unbedingt unseren Flug erwischen und keinerlei Risiko eingehen wollten, ging es von der Mall zum Hotel wo noch immer unser Gepaeck war und von da weiter zum Flughafen und zurueck in die zivilisierte Welt in Singapore.

Fazit: Jakarta war eine sehr interessante Erfahrung, aber nach zwei Tagen hatte ich genug von der Stadt. Trotz der Groesse gibt es erstaunlich wenig zu sehen fuer Touristen. Abgesehen von den Hochhaeusern ist alles relativ baufaellig und heruntergekommen und ich kann mir nur sehr schwer vorstellen, dort eines Tages zu leben und zu arbeiten, denn der Stau und der Gestank wuerden mich innerhalb weniger Tage dezent in den Wahnsinn treiben. Nichtsdestotrotz hatten wir ein sehr lustiges Wochenende, bei dem wir eine komplett andere Seite von Suedostasien entdecken konnten. Bilder gibt es dann in den naechsten Tagen...

Freitag, 23. Oktober 2009

Examenszeit

Es ist ein bisschen Zeit vergangen seit meinem letzten Eintrag und das liegt hauptsächlich an den ersten Examen, die ich hier in den letzten Wochen hatte. Dazu kamen einige Präsentationen, Hausarbeiten und Gruppenprojekte, die alle einigermaßen zeitaufwendig waren, aber zum Glück ist der Großteil jetzt erstmal überstanden. Deshalb hatte ich in den letzten Wochen leider keine Zeit zum Reisen, was sich aber heute ändert weil wir für 2 Tage nach Jakarta fliegen, um mal wieder ein bisschen was von Südostasien zu erkunden. Von Jakarta werde ich selbstverständlich nächste Woche zu berichten wissen. Jetzt noch ein kurzer Rückblick der vergangenen Wochen.

Nachdem man das Oktoberfest auf der ganzen Welt kennt und liebt gab es auch in Singapore drei verschiedene Oktoberfeste. Das anscheinend beste und renommierteste (sofern man davon sprechen kann), welches von irgendwelchen Schweizern organisiert wird, hatten wir leider verpasst. Dafür waren wir im Paulaner Brauhaus mit anständigem Paulaner Wiesnbier und zwei Wochen später bei uns an der Uni mit bayerischem Buffett und Erdinger Weißbier. Ein Schmankerl, denn von Bratwürstln, über Schweinshaxe und Sauerkraut (für den der's mag) war wirklich alles in überraschend guter Qualität und Menge geboten.

Zwischenzeitlich hatte ich auch Besuch von Philipp Rosenbauer. Für alle die ihn nicht kennen, er kommt aus Bremen, studiert mit mir in Rotterdam und ist zur Zeit auf Austausch in Seoul. Wir hatten ein sehr lustiges Wochenende gemeinsam. Nächstes Wochenende kommt ein anderer Freund aus Rotterdam, der Jonas Grella, der zur Zeit auf Austausch in Taiwan ist. Wie ihr seht, ist die Rotterdamer Rasselbande gut in Asien verstreut, wir schaffen es aber trotzdem uns gegenseitig zu besuchen, was ich persönlich überragend finde. Ich selber werde Mitte November für 5 Tage zu meinem ehemaligen Mitbewohner nach Shanghai fliegen.

Nachdem ich letzte Woche von den ersten Schneemeldungen aus Deutschland überrascht wurde, ein kurzer Kommentar zum Wetter hier in Singapur. Es hat immer noch konstant um die 30 Grad. Letzte Woche hatten wir jeden Tag mal einen kurzen Regenschauer, die aber jeweils nur ca. eine Stunde dauerten. Kurz danach war auch alles wieder beim alten und man kann festhalten, dass das Wetter trotz Monsunzeit einfach durchgehend wahnsinn ist.

Auch das Essen finde ich immer noch überragend. Trotzdem freue ich mich, hin und wieder mal was deftiges zu bekommen. Nachdem die Familie von einem deutschen Kommilitonen letzte Woche auf Besuch war, kamen wir sogar in den Genuss von Lebkuchen!!! Jetzt bin ich aber mal gespannt welche kulinarischen Schmankerl uns in Jakarta erwarten. Fotos gibt es dann nächste Woche und ich werde mich von nun an auch bemühen wieder mehr zu berichten. Viele Grüße in die Heimat und bis bald.

Montag, 28. September 2009

Borneo

Am Freitag ging es abends von Singapore gen Kota Kinabalu, eine Stadt gelegen im Nord Osten vom malaysischen Teil Borneos. Gegen Mitternacht waren wir in unserem Hostel und schon sechs Stunden später ging es zum Busbahnhof von wo aus wir nach Semporna fuhren. Nachdem wir uns an den verrückten Busfahrer, den lieblichen Geruch aus der beinahe überlaufen Toilette und den sich dezent übergebenen Einheimischen vor uns gewöhnt hatten, setzte uns leider eine Reifenpanne für ca. 2 1/2 Stunden außer Gefecht. Irgendwann kamen wir aber endlich in Semporna an. Nach kurzem Suchen fanden wir auch unser Hostel und nach einem kurzen Abendessen ging es ins Bett.

Am nächsten Tag hieß es um halb sieben schon wieder Aufstehen und auf zum Tauchen in Mabul. Auf insgesamt drei Tauchgängen sahen wir einige Schildkröten, Moränen, Baracudas, viele andere bunte Fische und einen riesigen Zackenbarsch. Für uns als blutige Tauch Anfänger war der Tag wieder ein Riesenerlebnis. Einziger Negativ Punkt war die Tatsache, dass meine Uhr anders als erwartet nicht wasserdicht war. Nachdem vor ein paar Wochen aber irgendwie auch schon mal Wasser reingekommen war und das Uhrwerk anscheinend zu rosten begonnen hat, verfärbte sich das Wasser in der Uhr schnell in rostbraun und es bedarf wohl einer Generalreinigung, Überholung und evtl. eines neuen Uhrwerkes. Ist aber wohl alles halb so wild und sicher nicht so schlimm um mir die Laune zu verderben.

Am Freitag ging es dann wieder zeitig zum Busbahnhof und um halb acht geb Sepilok, einer von weltweit vier Orang Utan Auffangstationen. Die Organisation versucht sich an dem Spagat einerseits Orang Utan Babies aufzupeppeln und sie auf ein Leben in freier Wildbahn vorzubereiten, andererseits wollen sie auch Einheimische aufklären und Touristen etwas bieten. Da aber die Affen im Vordergrund stehen, gibt es pro Tag nur zwei Fütterungen. Diese sind aber nicht "verpflichtend" für die Affen. Es läuft eher nach dem Prinzip, wer grad Hunger und Lust hat, kommt halt vorbei. War aber sehr interessant. Um sieben ging es dann mit dem Nachtbus zurück nach Kota Kinabalu.

Am Samstag hieß es dann White Water Rafting. Pünktlich um viertel nach acht wurden wir von einem Minivan abgeholt. Mit an Board: Team Singapore, drei Ingenieure die nur Blödsinn im Kopf hatten, ein Japaner, ein schweigsames Pärchen unbekannter Herkunft und natürlich Team Germany, bestehend aus Lukas, Sven (ein anderer NUS Austausch Student, der sich der Rundrum-Sorglos-Borneo-Abenteuer-Reise organisiert von Reisebüro Weber in Semporna angeschlossen hatte) und natürlich meine Wenigkeit, der Reiseleiter. Nach drei Stunden Busfahrt durch die atemberaubende Landschaft von Sabah ging es dann mit dem Zug weiter. Auch wenn eigentlich das geschlossene Abteil für die Touristen vorgesehen war, beschlossen wir uns zu den locals auf die Ladefläche zu setzen. Da aber plötzlich ein wahnsinns Regen einsetze ging es doch zurück in den Zug. Nach einem kurzen lunch und einem Briefing durften wir dann endlich in die Schlauchboote und auf den Fluss. Auch wenn das Wasser durch den starken Regen und die dadurch aufgewirbelten Sedimente eher braun war und nicht weiß hatten wir knapp drei Stunden lang richtig viel Spaß in den Stromschnellen. Da wir einige Male aus dem Boot flogen zogen wir uns alle kleinere Verletzungen zu, aber zum Glück nichts ernsthaftes. Der kleine Cut über meinem linken Auge, verursacht durch Lukas Paddel, entstellte mein von wildem Bartwuchs ohnehin schon entstelltes Gesicht auch nur geringfügig weiter. Ziemlich erschöpft ging es dann mit dem Zug ins nächste größere Dorf, wo unser Fahrer bereits auf uns wartete und uns auf schnellstem Weg zurück nach Kota Kinabalu brachte.

Am Sonntag - unserem letzten Tag in Borneo - stand nochmal Kultur auf dem Programm und zwar das Monsopiad Cultural Village südlich von Kota Kinabalu. Da wir die einzigen Besucher waren galt die ungeteilte Aufmerksamkeit der Belegschaft Team Germany. Zuerst kamen wir in den Genuss lokaler Tänze. Anschließend durften wir uns zur Belustigung der anwesenden Damen ebenfalls an den Tänzen versuchen. Weiter ging es mit Steinschleuder - und Blasrohrschießen, sowie anderen lokalen Vergnüglichkeiten. Eine Führerin erklärte uns alles in dem originalgetreu nachgebauten Dorf. Zum Abschluss der Tour durften wir auch in die Trophäenkammer eines berühmten Headhunters, in der über 30 Totenköpfe von der Decke baumelten. Zum Ausklang kamen wir dann noch in den Genuss von Betelnüssen, die leider nach absolut gar nix schmeckten und außer einer pelzigen Zunge keinerlei Wirkung zeigten. Nach zwei sehr unterhaltsamen Stunden ging es dann zurück nach Kota Kinabalu. Lukas hatte dort nach Mittagessen und Kaffee die grandiose Idee, vor der Rückkehr ins zivilisierte Singapore noch einen chinesischen Barbier aufzusuchen um wieder einigermaßen menschlich zu werden. Gesagt getan. Der kleine Cousin ließ dem Reiseleiter den Vortritt, doch nachdem er die komplette Prozedur genau begutachtet hatte, verzichtete er dankbar. Nachdem ich die komplette Zeit meine Augen geschlossen hatte, konnte ich natürlich nicht sehen was er gesehen hatte, aber er meinte, dass ihm doch etwas mulmig zu Mute geworden war als mir der gute Barbier nicht nur den 10-Tage-Abenteuer-Bart sondern auch alle übrigen Haare im Gesicht (inklusive der auf meinen Augenliedern, von denen ich nicht einmal wusste, das sie existieren) mit der Rasierklinge entfernt hatte. Ich war jedenfalls mit der Rasur zufrieden (Vorher - Nachher Bilder gibts unter dem link "Borneo" zu sehen) und gut gelaunt ging es zum Flughafen, von wo aus wir mit ein bisschen Verspätung zurück nach Singapore flogen.

Fazit: Der Abenteuer Urlaub in Borneo war ein voller Erfolg für mich, vor allem auch weil die anderen Mitglieder der Reisegruppe Weber viel Spaß hatten und bis auf die Reifenpanne alles absolut problemlos ablief. Natürlich hätte ich gerne ein paar mehr Affen gesehen oder meinen extra mitgebrachten Leatherman zu einem Einsatz verholfen, aber unsere Erlebnisse waren auch so eine Riesen-Erfahrung.

Dienstag, 22. September 2009

Tauchen

Hallo Fans,

zuerst einmal möchte ich mich entschuldigen, dass es so lange keinen Eintrag mehr gab. Das hat folgende Gründe. Erstens herrscht hier inzwischen Alltagsleben. Ich gehe fast jeden Tag zur Uni, sitze in Vorlesungen, arbeite an irgendwelchen Projekten und treff mich mit Freunden zum Essen oder Feiern. Zweitens lief es in letzter Zeit nicht ganz so wie ich mir das vorgestellt hatte. Erst landete - wie schon berichtet - meine Kamera auf dem Grunde des Latte Macchiato Flusses in Bangkok, dann verschwand für ein paar Stunden mein Geldbeutel, tauchte aber glücklicherweise kurz darauf wieder auf, allerdings ohne Geld, zum Glück aber mit allen Karten und Ausweisen. Das Highlight war dann die Hochzeit von Sheedeh und Stefan in Virginia, auf die ich mich sehr gefreut hatte, die aber leider ohne mich stattfinden musste, da der Pilot auf der Rollbahn feststellen musste, dass irgendwas am Flugzeug kaputt war, was nicht kurzfristig zu reparieren war und daraufhin der Flug ersatzlos gestrichen wurde. Inzwischen denke ich aber, dass ich die Negativ Serie überwunden habe. Deshalb möchte ich nun schnell von meinem Tauchkurs und meinem Tauchwochenende in Malaysia berichten, bevor es in einer Stunde nach Borneo geht.

Vergangene Woche hatten wir bereits zwei Pool Sessions, bei denen wir alle möglichen Übungen, angefangen vom richtigen Atmen, über Wasser aus der Maske blasen, diverse Partnerübungen und Notfallübungen durchführen mussten. Am Freitag Abend ging es dann um acht Richtung Malaysia, genauer gesagt Pulau Aur, eine Insel die nur mit einem 4 stündigen Bootstrip zu erreichen ist und auf der es weder Internet, noch Handyempfang, noch einen Supermarkt gibt. Da ich sowohl im Bus als auch auf dem Boot sehr gute Plätze ergattern konnte, kam ich bereits einigermaßen ausgeruht am Samstag in der Früh um 6 auf der Insel an. Nach zwei weiteren Stunden Schlaf ging es dann um 9 zum ersten Mal ins Meer und zwar bis auf 8 Meter Tiefe. Anfangs hatte ich ein paar Bedenken, ob ich den Druckausgleich auch hinbekommen würde, aber das ging einfacher als erwartet.

Bei unserem ersten Tauchgang mussten wir wieder eine Reihe von Übungen durchführen, da es natürlich etwas ganz anderes ist, die Übungen im Meer mit Salzwasser durchzuführen, im Vergleich zum Pool. Insgesamt waren wir ca. eine 3/4 Stunde unter Wasser. Anschließend gab es ein kurzes Mittagessen und um zwei ging es schon wieder ins Wasser, dieses Mal bis auf 10 Meter hinab. Nachdem wir wieder ein paar Übungen gemacht hatten, konnten wir dann angeführt von unserem Instructor die ersten Korallenriffe, bunte Fische und sogar eine Schildkröte bewundern. Nach einem kurzen Snack auf dem Boot ging es dann um fünf ein letztes Mal für diesen Tag ins Meer, dieses Mal sogar 13 Meter in die Tiefe. Da wir aus Versehen in das Revier eines Trigger-Fisches eingedrungen waren, griff uns dieser an und versuchte einen Engländer aus unserer Gruppe mit dem Kopf zu rammen. Dieser war aber nach 12 Jahren britischem Militärdienst auf jegliche Angriffe vorbereitet und schlug dem angreifenden Fisch einfach mit der Faust gegen den Kopf. Daraufhin zog sich dieser zurück und ich konnte fast nicht mehr vor Lachen, weil es einfach extrem lustig ausgesehen hatte.

Am Abend gab es ein großes Barbecue und lustiges Beisamensein mit der kompletten Uni - Gruppe, die fast ausnahmslos aus lokalen Studenten bestand, was sehr lustig war und ganz anders als mit anderen Austauschstudenten. Am nächsten Morgen ging es schon um sieben Uhr wieder aufs Boot, da wir die Insel schon gegen 10 Uhr aufgrund der nahenden Ebbe wieder verlassen mussten. Bei unserem vierten und letzten Tauchgang für dieses Wochenende ging es sogar bis auf 18 Meter runter und da auch Fische anscheinend zu den Frühaufstehern gehören, konnten wir wieder super viel sehen. Völlig erschöpft vom vielen Tauchen, von wenig Schlaf und grandiosen Unterwassereindrücken ging es dann anschließend zurück nach Singapur.

Fazit: Tauchen ist unglaublich und macht richtig viel Spaß. Die Farben und Artenvielfalt unter Wasser ist grandios und ich hoffe, dass ich noch den ein oder anderen Tauchgang machen werde, solange ich hier in Südost Asien bin. Der erste steht schon in zwei Tagen in Borneo an. Da geht es nämlich in einer halben Stunde hin. Des weiteren stehen ein Orang Utan Rehabilitationszentrum und Wild Wasser Rafting auf dem Programm. Man darf auf alle Fälle gespannt sein. Fotos vom Tauchen und von Borneo gibt es dann nächste Woche sobald ich zurück bin.

Dienstag, 8. September 2009

Bangkok

Um 3.30 Uhr ging vergangenen Freitag der Wecker und eine halbe Stunde saß ich mit Jochen, Lukas und Till im Taxi zum Flughafen mit dem Reiseziel Bangkok. Nachdem wir uns im Duty Free Shop mit einigen nützlichen Sachen eingedeckt hatten und uns noch mal kräftig die Füße im Massageautomaten durchgeknetet wurden ging es dann mit Tiger Airways auch endlich los.

Unsere erste Unterkunft war das Happy House in der Nähe der berühmt berüchtigten Kaosan Road. Wir brachen aber sogleich auf zum Schneider, d.h. wir wurden mit einem Privatbus abgeholt. Dort wurden wir nach allen Regeln der Kunst hofiert und ließen unsere Körper vermessen. Till und ich ließen uns Anzüge schneidern, die anderen wollten "nur" 5 Hemden. Nach den in Thailand üblichen Verhandlungen über den Preis und ein paar drinks, waren alle zufrieden (sowohl die Verkäufer als auch die BWL-Studenten aus Singapur) und wir ließen uns wiederum mit dem Privatbus der Schneiderei nach Chinatown fahren. Dort empfahl uns ein netter Thailänder, seines Zeichens Englischlehrer, eine Bootstour. Wir drückten den Preis auf die von ihm prognostizierten 500 Bath (ca. 10 Euro) und wir bekamen unser eigenes Boot das uns durch die Seitenarme des Latte Macchiato Flusses chauffierte. Der Name ist natürlich frei erfunden, der richtige Name spielt auch keine Rolle. Wichtig ist nur zu wissen, dass es eine richtige Drecksbrühe war und die Sichtweite im Wasser geschätzte 10cm betrug. An einer flachen Stelle des Seitenarmes setzte das Boot aufgrund der schweren Europäer auf dem Grund auf, sodass wir nach vorne beordert wurden, wobei mir meine Kamera ins Wasser fiel. Obwohl wir den Einheimischen, die am Flussufer in provisorisch anmutenden Hütten leben, 2000 Bath (ca. 40 Euro) in Aussicht stellten, wenn sie die Kamera in dem Brackwasser fänden, war die Aktion leider nicht von Erfolg gekrönt. Der Ärger wurde erstmal mit Bier heruntergespült und mit einem Tuck Tuck ging es anschließend ins Hotel, wo wir uns ein gemütliches Mittagsschläfchen genehmigten. Das Abendpogramm bestand aus thailändischem Essen und einer thailändischen Akrobatik Vorführung mit traditionellen lokalen Kunststücken, bevor wir dann gegen Mitternacht erschöpft ins Bett fielen.

Da wir am Freitag am Flughafen bereits eine spotbillige Rundfahrt des Tourismusbüros klargemacht hatten (pro Person 2,50 Euro), ging es Samstag Morgen drei Stunden lang in einem Bus mit Klimaanalage nur für uns vier und mit einem Tourguide bewaffnet erst zu verschiedenen Tempeln und anschließend zu unserer ersten Fitting Session bei unserem Schneider. Nach ein paar Änderungswünschen ging es (natürlich wieder mit dem Bus des Schneiders) weiter in die Fraser Suits, unserem eigentlichem Hotel. Eckdaten: 180m Penthouse Suite im 29.Stock, Masterbedroom mit Blick über die ganze Stadt und Swimming Pool im 7.Stock. Finanziert wurde das ganze von einem netten Singaporianer, der jedes Jahr ein paar Trips für Austausch Studenten organisiert und uns mit diesem Hotel ein kleines Abschiedsgeschenk machen wollte, bevor es für ihn wieder nach Harvard geht, wo er gerade seinen MBA macht. Abends wurde dann im legendären Bed Supper Club, einem ufogleichen Gebäude mit komplett in weiß gehaltener Inneneinrichtung und in einen anderen Club, der sich "The Tunnel" nennt und dessen Eingang einzig und allein von einem Türsteher mit Taschenlampe beleuchtet wird, ordentlich gefeiert.

An unserem leicht verkaterten Sonntag mussten wir dann aber noch unbedingt in den Grand Palace des göttlich verehrten thailändischen Königs und in eine riesige Shopping Mall in der man ungefähr alle Fälschungen dieser Welt käuflich erwerben konnte. Nach der letzten Anprobe unserer Anzüge und Hemden mit unseren Schneidern im Hotel, ließen wir dann ein mehr als gelungenes Wochenende im Wirlpool ausklingen. Da meine Kamera leider wohl noch immer auf dem Grund des Latte Macchiato Flusses liegt, werde ich mir in den nächsten Tagen erstmal die Bilder von meinen Freunden holen müssen, um euch ein paar bildliche Eindrücke zu ermöglichen. Die nächsten zwei Tage werde unitechnische einigermaßen stressig und am Freitag um sieben geht es dann zur Hochzeit meines großen Cousins Stefan nach Charlottesville, Virginia.

Montag, 31. August 2009

Update aus Singapur

Guten Abend aus Singapur,

nachdem die ersten Wochen super aufregend waren, da natürlich alles neu und anders als daheim war, verfalle ich langsam in den asiatischen Alltagstrott. Für die Uni muss ich leider mehr tun als ursprünglich geplant, da jede Woche Hausarbeiten anfallen und es auch noch Anwesenheitspflicht in den Vorlesungen gibt, aber na gut. Da die letzte Woche äußerst ruhig war, werde ich nur kurz von den Höhepunkten berichten.

Am Donnerstag war mein theoretischer Test für meinen Tauchschein. Nach 20 Minuten und natürlich null Fehlern, war diese Hürde schon mal geschafft. In zwei Wochen haben wir dann unsere Pool Sessions bevor es dann für ein Wochenende nach Malaysia geht, wo wir vier Tauchgänge im Meer absolvieren und dann hoffentlich unseren Schein in Händen halten dürfen.

Am Freitag waren holländische Kommilitonen, die gerade ihr Auslandssemester in Bangkok absolvieren, zu Besuch in Singapore, was alle Singaporianischen RSM-Studenten natürlich als Stadt - und Partyguides auf den Plan rief. Am Samstag Abend standen weitere Feiern auf dem Programm, was mich natürlich nicht davon abhielt am Sonntag Morgen das eigentliche Highlight des Wochenendes zu zelebrieren. Brunch im Paulaner Brauhaus, mit allem Drum und Dran: Weißwürste, Brezn, Schnitzel, Schweinshaxe, Apfelstrudel und Bier ließen für ein paar Stunden heimatliche Gefühle aufkommen.

Da die kommenden drei Tage relativ arbeitsintensiv werden, müsst ihr euch leider eine weitere Woche gedulden bis der nächste Eintrag kommt. Dann werde ich allerdings mehr zu berichten haben, weil ich von Freitag bis Montag in Bangkok verweilen werde und da sicher das ein oder andere Abenteuer auf uns warten wird. Man darf gespannt sein....

Montag, 24. August 2009

Kuala Lumpur

So, nach einem Wochenend-Kurztrip nach Kuala Lumpur ist es jetzt wieder Zeit für einen neuen Blog Eintrag. Am Freitag Abend ging's mit einer Gruppe von 50 Austauschstudenten von Singapore gen Kuala Lumpur. Nachdem wir die nervige Grenzprozedur hinter uns hatten konnten wir es uns endlich in einem Nachtbus bequem machen, der seines gleichen sucht. Die Nachtbusse hier haben unglaublich viel Beinfreiheit (was bei den kleinen Asiaten nicht selbstverständlich ist), verstellbare Rückenlehnen und ausklappbare Fußstützen. Auch wenn die Nacht kurz war, konnten wir doch alle ein bisschen schlafen und waren morgens um sieben einigermaßen frisch und munter in KL.

Leider war das nicht früh genug um tickets für die Besucher Plattform der Petrona Towers zu ergattern, da es dort täglich nur eine bschränkte Anzahl gibt. Nach einem erfolgreichen Fotoshooting des neuen Trio Infernale (Jojo, Lulu und Fafa) vor den Zwillingstürmen ging es weiter zum KL Tower, einem der höchsten Fernsehtürmen in der Welt. Leider war es neblig und die Aussicht wenig prickelnd. Doch auch davon ließen wir uns nicht die Stimmung vermießen. Mit einem Karaoke Taxi, welches wir zufällig bestiegen und welches mir eine der lustigsten Taxifahrten in meinem Leben bescherte, ging es weiter nach Chinatown, wo allerdings um elf Uhr vormittags noch nicht viel los war. Deshalb ging es weiter zum Central Market, der vorest letzten Sightseeing Station für uns an diesem Tag, da uns leider gegen eins die Müdigkeit übermannte und wir zurück ins Hotel fuhren um da einzuchecken. Nach einem Nickerchen gingen wir dann in die nahe gelegene Times Square Mall, die nicht nur Geschäfte auf 10 Etagen und einen kleinen Freizeitpark zu bieten hat, sondern auch Massagesalons. Wir beschlossen, dass wir uns nach dem ganzen Rumgelaufe eine Fußmassage redlich verdient hatten und 25 Ringit (5 Euro) für eine halbe Stunde waren gerade noch im Budget. Am Abend kam die komplette Gruppe wieder zusammen und es wurde gemeinsam gefeiert. Da neben unserer 50 köpfigen Gruppe noch ca. 50 andere Austauschstudenten aus Singapore in Kuala Lumpur waren, war der Club gespickt mit Leuten von der NUS und der Spaß dementsprechend.

Nachdem wir am nächsten Tag endlich ausgeschlafen waren, ging es zurück in die Mall und nach Chinatown um ein paar Einkäufe zu tätigen, für die am Tag vorher keine Zeit mehr war. Leider konnten wir uns nicht mehr dazu aufrappeln noch mehr sightseeing zu machen, was aber auch nicht zwingend notwendig war, da es in Kuala Lumpur abgesehen von den Türmen nicht so super viel sehenswertes gibt. Mit etwas Verspätung kamen dann unsere Busse wieder und die komplette fuhr friedlich schlummernd zurück nach Singapore.

Fazit des Trips: Kuala Lumpur kann man mal besichtigen, muss man aber nicht, die Gruppe war aber super und wir hatten viel Spaß. Kommendes Wochenende werde ich aber mal "zu Hause" bleiben. Dafür stehen dann Bundesliga schauen und ein Paulaner Frühschoppen am Sonntag auf dem Programm. In zwei Wochen gehts allerdings für ein verlängertes Wochenende nach Bangkok. Ich bin jetzt schon sehr gespannt und werde natürlich weiterhin von all meinen Erlebnissen zu berichten wissen.

Freitag, 21. August 2009

Die Universität

Mein heutiger Blog Eintrag soll ein bisschen Aufschluss geben, warum ich eigentlich hier bin. Der offizielle Grund ist nämlich die National University of Singapore (NUS), bzw. die Business School der NUS. Ich habe gerade auch ein paar Fotos vom Campus, den Gebäuden der Business School, des Sportgebäudes und der Mensen hochgeladen. Um meine nötigen Punkte für die Uni in Rotterdam zu bekommen habe ich vier Kurse hier belegt:

Asia Pacific Business, Ethics and Society: Ein eher allgemeiner Kurs über Asien, die verschiedenen Kulturen hier, Business in der Region etc. Fazit bis jetzt: Könnte interessant sein wenn der Professor besser Englisch sprechen würde und die Vorlesungen nicht so voll wären. Ist aber wohl einer der leichteren Kurse hier.

Options and Futures: Ein Finance Kurs der es in sich hat. Der Professor war selbst 10 Jahre an der Wall Street, wo er einen Hedge Funds verwaltet hat, der 60 Milliarden (!!!) Dollar wert war. Der gute Herr weiß wovon er spricht und kann uns wirklich einiges beibringen. Fazit bis jetzt: Wohl mein spannenster Kurs aber auch mit Abstand der anspruchsvollste.

Asian Markets and Marketing Management: Ein Marketing Kurs in dem wir die ein oder andere Hausarbeit schreiben müssen, Präsentationen geben müssen und generell mit den Marketing Prinzipien vertraut gemacht werden. Fazit bis jetzt: Nachdem ich einen ähnlichen Kurs im letzten Trimester in Rotterdam hatte und der Professor richtig gut war, wird mir dieser Kurs wohl eher leichter fallen. Abgesehen davon ist die Professorin nicht mal annähernd auf dem Niveau wie der Professor in Rotterdam.

Leadership in Organizations: Ein Kurs einzig und allein über verschiedene Führungsstile, was gute Leader und Manager ausmacht etc. Fazit bis jetzt: Interessant aber auch viel blabla. Wohl auch eher ein leichter Kurs.

All die jetzt denken, dass ich mir nur leichte Kurse ausgesucht habe, haben zum Teil Recht. Da es nämlich zum ersten Mal nicht darum geht gute Noten zu schreiben, weil die Noten nicht für unsere Abschlussnote zählen, hab ich Kurse genommen die mich schon interessieren, aber nicht allzu schwierig sind, sodass ich mich auch ein bisschen auf reisen, tauchen und andere schöne Dinge hier in Singapur konzentrieren kann.

Das bringt mich auch schon zum Ende meines heutigen Eintrages. In einer Stunde geht es nämlich nach Kuala Lumpur, wo ich mit einer Gruppe von 50 internationalen Studenten, organisiert von ein paar ehemaligen Studenten der Uni hier, das Wochenende verbringen werde. Am Montag werde ich natürlich auch davon zu berichten wissen. In diesem Sinne, viele Grüße in die Heimat, ein schönes Wochenende und bis Montag.

Montag, 17. August 2009

Tioman

Ich bin zurück in Singapur und habe ein tolles verlängertes Wochenende mit der Martine auf der Insel Tioman in Malaysia hinter mir. Nachdem wir auf der Insel kein Internet hatten, komm ich leider erst jetzt dazu davon zu berichten.

Donnerstag Morgen um halb sieben ging der Bus, der uns direkt von Singapur bis zu einem Hafen in Malaysia brachte, von dem aus wir dann mit der Fähre weiter nach Tioman fuhren. Wir beschlossen die kommenden Nächte in ABC (Kurzform für Air Batang) zu verbringen. Nachdem wir ein bisschen in dem Dorf herumgelaufen waren, fanden wir auch einen kleinen Bungalow für 40 Ringit die Nacht, was ungefähr 8 Euro entspricht. Nach einem kurzen Erkundungstrip war es auch schon 5 Uhr nachmittags, gleichbedeutend mit dem Beginn der lokalen Happy Hour. In den folgenden zwei Stunden gab es drei Bier für 10 Ringit (2 Euro) oder Cocktails für 8 Ringit (ca 1,60 Euro). Die Barkeeperin war eine Österreicherin aus Salzburg, die schon seit 5 Monaten auf der Insel ist und irgendwie nicht mehr wegkommt und es wurde ein sehr lustiger Abend.

Am Freitag waren wir den ganzen Tag schnorcheln, was man an den Bildern sehen kann. Was man zum Glück nicht sieht ist der Sonnenbrand den ich mir geholt habe, weil man natürlich nicht merkt wie einem beim schnorcheln die Sonne auf den Rücken brennt. Unser guide hatte Brot dabei, was natürlich die ganzen Fische ans Boot lockte, die uns dann das Brot aus der Hand fraßen. Dickere Fische bissen dann auch schon mal in den Finger. Die Haie die ein bisschen weiter vom Boot herumschwommen, waren zum Glück Vegetarier, doch bei ungefähr 1,50 Meter Länge wurde uns trotzdem ein bisschen mulmig zu Mute.

Am Samstag Morgen regnete es leider in Strömen, sodass wir den Vormittag auf der Terasse mit einem Buch verbrachten. Am Mittag wurde es dann besser und wir beschlossen zu einem etwas abgelegenen Strand in der Monkey Bay zu gehen. Dort verbrachten wir dann den kompletten Nachmittag.

Am Sonntag stand dann eine etwas größere Wanderung auf dem Plan. Ein 2 1/2 Stunden Marsch durch den Regenwald nach Juara, dem schönsten Strand der Insel. Dort verbrachten wir dann unseren letzten Nachmittag, zogen es aber vor mit dem Jeep zurückgefahren zu werden.

Am Montag ging es dann nach drei super entspannten Tagen um halb acht wieder zurück Richtung Singapur und heute um neun saß ich schon wieder in meiner Marketing Vorlesung. Da heute der letzte Tag von der Martine hier in Singapur ist, werden wir heute Abend noch ins Raffles Hotel gehen um dort den ein oder anderen Singapore Sling zu trinken.

Soviel für heute. In Kürze mehr. Neue Bilder gibts bei den Fotos zu sehen. Viele Grüße in die Heimat.

Montag, 10. August 2009

Back to school

Einen wunderschönen guten Morgen. Es ist Dienstag, halb neun und in einer halben Stunde habe ich meine erste Vorlesung - Asian Markets and Marketing Management. Kurz davor aber noch eine kurze Zusammenfassung der letzten paar Tage.

Freitag Abend: Martine kommt an. Ich hol sie am Flughafen ab, wir gehen noch was essen und fallen dann aber totmüde ins Bett.

Samstag: Eine weitere Erkundungstour steht auf dem Programm. Wir beginnen den Tag im Lau Pa Sat Festival Market, einem der bekanntesten und besten Food Courts in Singapore (Fotos werde ich wahrscheinlich heute Abend hochladen). Anschließend gings in den Merlion Park, eine Touristen Attraktion, da dort die wasserspeiende Statue von Merlion steht, dem Fisch mit dem Löwenkopf. Es geht weiter ins Asian Civilasation Musuem in dem super anschaulich die Geschichte von Singapore geschildert wird, wie die einzelnen Bevölkerungsgruppen hierher kamen, was deren Traditionen, Religionen etc. sind usw. Anschließend gehts über Chinatown wo wir zu Abend essen nach Sentosa, wo eine Strandparty in einem der Clubs stattfindet und wir uns mit ein paar anderen holländischen Austauschstudenten treffen.

Am Sonntag ist dann der Nationalfeiertag von Singapore. 44 Jahre Unabhängigkeit von Malaysia. Das muss natürlich gebührend gefeiert werden. Wir beginnen den Tag jedoch ganz entspannt im Pool bevor wir zur Orchard Road aufbrechen und von da langsam Richtung Merlion Park bummeln, wo man anscheinende die beste Aussicht auf die Show und das Feuerwerk hat und wo wir uns mit anderen Austauschstudenten treffen wollen. Um vier Uhr sind wir da und es gilt noch zwei Stunden totzuschlagen. Lukas und ich beschließen noch eine Runde Bier beim nächsten Supermarkt zu holen, was ungefähr eine Stunde dauert, weil dieser nicht gerade um die Ecke ist und weil uns die security guards bei unserer Rückkehr mitteilen, dass wir nicht mehr zu unseren Freunden können, weil die Plattform überfüllt ist und sie aus Sicherheitsgründen keinen mehr reinlassen können. Großartig!!! Da schlägt die große Mission Impossible Stunde der beiden entfernten Cousins. Über eine nahegelegene Tiefgarage schmuggeln wir uns ein Hotel, das direkt bei der Plattform liegt. Dort folgen wir ganz unauffälig einer chinesischen Familie und sind wenig später wieder zurück. Auch wenn es jetzt im Nachhinein wenig spektakuär klingt... der Schein trügt und uns ging ganz schön die Düse. Da die Show selbst ausverkauft ist und auf der anderen Seite der Bay stattfindet, sehen wir leider herzlich wenig von der Militärparade. Was wir aber sehen, sind die Apache Kampfhubschrauber, die Düsenjets, die Landungsschiffe der Marine und abschließend auch das Feuerwerk, das leider etwas kurz war. Trotzdem kann man von einer gelungenen Geburtstagsfeier gesprochen werden.

Am Montag beschlossen dann Martine und ich, das zu machen, was jeder gute Holländer (oder wer sich dafür hält) machen würde: Fahrräder mieten. Dafür fahren wir mit Metro, Bus und Schiff auf die Insel Pulau Ubin, wo die Zeit anscheinend stehengeblieben ist. Nachdem es die Nacht geregnet hatte ist alles schon matschig und unser kleiner Mountainbike Ausflug gleicht teilweise einer Schlammschlacht. Nach den sportlichen Anstrengungen des Tages, essen wir noch in Vivo City, einer Shopping Mall, zu Abend und gehen dann zu Bett, weil ich wie oben schon erwähnt heute um neun auf der Matte stehen muss.

Und da bin ich wieder am Anfang meines heutigen Eintrags. Es ist kurz vor neun und die Vorlesung beginnt gleich. Fotos gibt es wie angekündigt irgendwann heute Abend.

Freitag, 7. August 2009

Im Osten nicht viel neues

Zuallerst möchte ich mich entschuldigen, dass ich die letzten Tage nichts geschrieben habe. Zu meiner Verteidung möchte ich sagen, dass ich die letzten Tage eher entspannt angegangen bin. Ein paar organisatorische Dinge für die Uni, ein bisschen Sport im Fitnessstudio, Basketballspielen, Schwimmen, neue Leute kennenlernen. Das Highlight der letzten Tage war sicherlich das gemeinsame Feiern der Austauschstudenten am Mittwoch. Dort ereignete sich dann auch folgende Geschichte:

Ich war mit einem anderen Deutschen, der zufällig auch Fabian heißt (was aber auch wichtig für den Verlauf der Geschichte ist) am Taxistand. Dort waren auch ein paar andere Studenten und wie es sich halt so gehört stellt man sich artig vor und macht sich miteinander bekannt. Ein anderer Deutsche fragte erst den anderen Fabian wie er denn heiße. Als dieser meinte Fabian, wurde der andere hellhörig und fragte ihn auch nach dem Nachnamen. Sichtlich enttäuscht über die Antwort "Menzel" meinte er dann, er kenne nur einen Fabian Weber. Bis dahin stand ich einfach nur dabei und hatte noch nix gesagt. Irgendwie fühlte ich mich aber dann doch angesprochen und ich meinte, das wäre ich. Lange Rede kurzer Sinn. Der andere entpuppt sich als Lukas Krämer, der Sohn von einem Cousin von meinem Onkel Dieter. Lustigerweise war Lukas dieses Jahr in New York bei meinem richtigen Cousin Stefan und dieser hatte uns beiden vor ein paar Wochen ein Mail geschickt, da er wusste dass wir beide in Singapur sind und er meinte, dass wir uns doch mal treffen sollten. Dies war somit geschehen, ohne dass wir irgendwas abgesprochen hatten und das musste natürlich erstmal gefeiert werden. Gestern waren wir dann gemeinsam auf Erkundungstour in der Stadt und ich denke, dass wir noch viel Spaß gemeinsam hier haben werden.

Heute war ich wieder an der Uni um mich impfen zu lassen. Ich hatte meinen Hepatitis B Impfstoff extra aus Holland mitgenommen und es lief alles problemlos. Wie ihr schon merkt, war die letzten paar Tage wirklich nur Entspannung angesagt und nichts wirklich berichtenswertes, sodass ich schon vom Impfen berichten muss. Die Nachricht des Tages ist aber, dass heute Abend die Martine kommt und für 10 Tage hier bleibt. Ich hab zwar nächste Woche meine ersten Vorlesungen, aber dann können wir vielleicht für 5 Tage irgendwo gemeinsam hinfahren. Deshalb verabschiede ich mich auch für heute, weil ich zum Flughafen muss. Beim nächsten Mal kann ich hoffentlich mehr berichten. Am Sonntag ist hier Nationalfeiertag und da gibts zumindest schon mal ein großes Feuerwerk. Was sonst noch alles stattfindet, werde ich hoffentlich noch herausfinden.

Dienstag, 4. August 2009

Sightseeing

Da ich Samstag Mittag immer noch Bescheid bekommen hatte, ob ich das Zimmer haben kann, beschloss ich mit ein paar anderen Austausch-Studenten noch eine andere Wohnung anzusehen. Als wir jedoch da waren kam der Anruf und ich hatte das Zimmer (Fotos des Zimmers, der Wohnung und der ganzen Anlage lade ich später noch hoch).

Daraufhin fuhr ich wieder ins Hostel, holte meinen Kram und zog umgehend in mein neues Zuhause. Ich teile meine Bleibe mit 2 Rumänen. Einer ist Programmierer bei Orange, der andere der Nationaltrainer der Singaporianischen Fecht Nationalmannschaft. Beide machen einen ganz ordentlichen Eindruck und ich denke, dass wir die nächsten 5 Monate auch gut über die Runden kriegen werden.

Anschließend, beschloss ich zur Night Safari zu fahren. Da ich noch ein bisschen Zeit hatte, machte ich einen Stop im Chinesischen/Japanischen Garten, besichtigte das größte Schildkrötenmuseum der Weld, hatte aber wenig Lust auf Bonsais, deshalb gings weiter zum Zoo von Singapur, bzw. dessen Night Safari. Es war absolut super. Lauter nachaktive Tiere, eine tolle Anlage, eine witzige Show, und vieles mehr. An dieser Stelle einen besonderen Gruß an meinen Papa, der sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen darf. Auch die Fledermaus, die ihre Notdurft auf meinem T-Shirt verrichtete, konnte den tollen Abend nicht ruinieren. Totmüde fuhr ich dann allerdings nach Hause.

Am Sonntag beschloss ich dann nach Sentosa Island zu fahren. Dort besichtigte ich ein sehr lässiges Aquarium, ging in eine Show mit rosa (!) Delphinen und entspannte ein bisschen am Strand. Nach einem leckeren Abendessen in Vivo City, einer Riesen Shopping Mall, gings dann wieder nach Hause. Da ich mich noch ein bisschen an das neue Klima gewöhnen muss und jeden Tag wirklich viel unterwegs bin, brauch ich noch ein bisschen mehr Schlaf, deshalb fall ich jeden Abend totmüde ins Bett und schlaf gemütlich aus. Nächste Woche, wenn die Uni beginnt wird sich das aber wieder ändern. Jetzt werd ich noch ein paar Fotos hochladen und dann war's das mal wieder. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit und viele Grüße in die Heimat.

Samstag, 1. August 2009

Orientation und Apartment Hunting

Ich beginne am besten da, wo ich gestern aufgehört habe: An der Uni. Nachdem die Batterie von meinem Laptop leer war, ging ich gestern zur Einführungsveranstaltung unserer Fakultät. Da man sich der Übersicht halber in Blocks setzen musste, die nach den Ländern der einzelnen Partneruniversitäten geordnet waren, fand ich mich natürlich im Holland-Block wieder. Da auch die Uni Maastricht vertreten war, stellte sich aber bald heraus, dass in dem Block mindestens so viele Deutsche wie Holländer saßen ;-)

Wir bekamen alle einen "Buddy" zugeteilt, der uns ein bisschen zur Seite stehen soll, wenn irgendwas an der Uni nicht klappt, wenn wir nicht wissen wo die Vorlesungen sind etc. Leider ist mein buddy bis jetzt wenig zu gebrauchen, da es sich um ein Mädchen handelt, die selber erst an der Uni anfängt und somit noch nicht mal den Campus richtig kennt. Außerdem macht sie nicht nur ein Bachelor Programm, sondern gleich zwei!!! Ihre Hobbies sind abgesehen von lernen, fernsehschauen und durch den Park gehen. Sie hatte eine ungemeine Abneigung gegenüber Parties und vor allem Alkohol Konsum... Ihr könnt schon sehen, sie ist genau der richtige Buddy für mich.

Die Einführungsveranstaltung war eher wenig informativ, die Führung durch's Gebäude ein einziges Chaos, aber das anschließende Buffet ließ alles wieder vergessen. Als dann auch noch der Buddy eines Holländers beschloss, uns mit seinem Auto ein bisschen rumzufahren und uns die Stadt zu zeigen, war ich natürlich gleich dabei. Wir waren erst was essen (zur Information: Shoppen und Essen sind die wichtigsten Freizeitbeschäftigungen in Singapur. Vor allem letzteres kommt mir sehr entgegen) und beschlossen dann, eine Spezialität Südost Asiens zu kosten, eine Frucht genannt Durian. Man riecht sie schon zehn Meter gegen den Wind, weil der Duft atemberaubend ist... leider nicht im positiven Sinne. Es stinkt furchtbar und die Frucht wird auf einer List der zehn ekligsten Dinge die man in der Region essen kann, relativ weit oben geführt. Ich kann aber alle beruhigen, so schlimm war's gar nicht. Wenn man sich mal an den Gestank gewöhnt hat kann man das schon mal essen. Leider kann ich keinen Vergleich finden, wie es schmeckt, weil ich noch nie etwas auch nur annähernd ähnliches gegessen habe. Anschließend waren wir noch in einem Hindu Tempel und uns wurde alles erklärt. Irgendwann war's dann Abend und ich beschloss mein Hostel aufzusuchen.

Heute morgen lernte ich dann endlich die anderen Austauschstudenten kennen, mit denen ich vielleicht in eine Wohnung ziehen werde. Der Agent, der uns eigentlich heute schon Wohnungen zeigen wollte, ließ den Termin dann aber platzen, worauf ich alleine die Stadt erkunden ging und mir ein anderes Zimmer ansah. Die Stadt selber ist super gepflegt und sauber. So etwas habe ich noch nie gesehen. Ich war in Little India, hatte da auch etwas zum Mittagessen, bin dann über einen typisch asiatischen Markt spaziert um dann kreuz und quer durch alle möglichen Straßen zu laufen (das Prinzip meiner Tour hieß "Exploring", sprich einfach rumlaufen, ohne Stadtkarte, sich zurecht finden und gespannt sein, was und wem man so über den Weg läuft). Danach kurz die angesprochene Wohnungsbesichtigung. Das Zimmer war super, sowohl von der Lage, als auch von der location, der Mitbewohner war ein partyfreudiger Rumäne, der als Programmierer sein Geld verdient. In der Anlage gibt es einen Pool, Tennisplätze, einen kleinen Supermarkt, Restaurants und vieles mehr. Das einzig negative ist der Preis von ca 500 Euro, aber die Mietpreise in Singapur sind leider nicht von schlechten Eltern und bevor ich die kommende Woche noch weiter mit nervigen Wohnungsbesichtigungen beschäftigt bin, werde ich preislich einfach in den sauren Apfel beißen und mich dann an all den Vorzügen umso mehr erfreuen.

Dann ging es noch auf die Orchard Road, mit die bekannteste Straße in Singapur, die ein einziges Einkaufsparadies ist. Nach einem singaporianischen Abendessen mit Fisch und Nudeln ging ich dann wieder nach Hause und war froh mich erstens unter die Dusche zu stellen und zweitens meine Füße auszuruhen, da ich heute richtig viel unterwegs war.

Für heute wars das erstmal, denn ich geh jetzt schlafen. Morgen bekomme ich Bescheid wegen dem Zimmer und dann müssen die anderen Austauschstudenten ohne mich weiter auf Wohnungssuche gehen. Fotos werde ich hochladen, sobald die Internetverbindung ein bisschen schneller ist und ich auch ein paar mehr Fotos zusammen habe. Viele Grüße in die Heimat und ein schönes Restwochenende.

Donnerstag, 30. Juli 2009

Einschreiben an der Uni

Nach sieben Stunden Schlaf und einem kurzen Frühstück, ging es heute morgen gleich an die Universität um mich offiziell einzuschreiben. Dies lief absolut problem- und reibungslos ab. Danach ein kurzes Mittagessen mit anderen deutschen Studenten, die ich beim Einschreiben kennengelernt hatte und jetzt gilt es noch eine Stunde totzuschlagen, bis unsere Einführungsveranstaltung von der Wirstschafts Fakultät beginnt. Die Zeit werde ich nutzen um mit einem Makler zu telefonieren, den Campus besser kennenzulernen und noch ein paar Emails zu beantworten. Da das eigentlich alles ist, was bis jetzt passiert ist, ist der heutige Eintrag eher kurz.

Ganz wichtig ist aber, das meine neue Singaporianische (keine Ahnung ob man das so sagen kann, aber ihr wisst ja was ich meine) Handynummer funktioniert. Ab jetzt bin ich unter +65 8430 2110 erreichbar. Viele Grüße in die Heimat und an alle die sich für meinen Blog begeistern können. Über Kommentare, Emails und von nun an auch Anrufe freue ich mich natürlich jederzeit.

Welcome Singapore

Nach einem langen Flug und einer kurzen Nacht bin ich nun in Singapur angekommen. Wer meint, man setzt sich einfach mal so in Amsterdam ins Flugzeug, fliegt erst nach München und dann nach Singapur und das wars, der irrt gewaltig. Deshalb beginnt der heutige Blog Eintrag in Schiphol, dem Flughafen in Amsterdam.

Aus irgendwelchen, mir immer noch unerklärlichen Gründen, dachte ich, dass die Gepäckobergrenze bei 2 mal 23 Kilo läge. Da ich sowieso nicht viel dabei hatte, hatte ich mir noch nicht mal die Mühe gemacht meinen Koffer zu wiegen. Der aufmerksame Leser erahnt schon was jetzt kommt…. Richtig! Ich hatte Übergepäck und das nicht zu knapp. Statt erlaubten 20 Kilo hatte ich einfach mal 30 dabei. Großartig! Kosten pro Kilo 30 Euro. Selbst ohne Taschenrechner kommt man schnell auf den Gesamtbetrag von 300 Euro. Die nette Dame am Schalter bat mich daraufhin höflich zur Seite zu gehen und mir zu überlegen, was ich denn jetzt hier lassen möchte.

Zuerst dran glauben mussten vier Päckchen Stroopwaffeln, eine holländische Spezialität, die ich einfach mal eingekauft hatte um irgendwelchen Leuten in Singapur eine Freude zu machen. Glücklicherweise fanden sich ein paar Kinder, die sich sehr über diese unerwartete Leckerei freuten. Viel mehr wollte ich aber nicht abgeben, trotzdem wurden Rasierschaum (bei meinem Bartwuchs leicht zu entbehren), Schuhcreme und ein altes Handtuch noch aussortiert. Ein paar Dinge konnte ich noch in meinen Rucksack stopfen und dann wollte ich es nochmal probieren. Glücklicherweise zeigte die Waage jetzt nur noch 25 Kilo an, trotzdem noch fünf zu viel. Daraufhin offerierte ich der Laufthansa Lady das letzte Päckchen Stroopwaffeln und fragte sie, ob sie vielleicht auch noch meine Sonnencreme gebrauchen könnte. Sie meinte ja, und nachdem ich ihr zusätzlich ein bezauberndes Lächeln schenkte, meinte sie, dass sie heute nochmal beide Augen zudrücken würde. Glück gehabt! Der Außendienstaufenthalt während meiner Allianz Ausbildung hatte sich mal wieder bezahlt gemacht ;-)

Der Flug war dann leider wenig spektakulär. In München gab’s ein letztes Weißbier, in der Abendzeitung war ein FC Bayern Poster, welches in Singapur mein neues Zimmer schmücken wird, und dann ging’s auch schon wieder los. Leider hatte ich weder Fenster noch Gangplatz, was bei meinen 1,91m nicht unbedingt komfortabel war. Aber na gut. Die folgenden 12 Stunden brachte ich dann mit Essen, Filmen, Schlafen und lesen relativ gut über die Runden und schon war ich in Singapur. Weder beim Zoll, noch bei der Gepäckausgabe gabs Probleme, somit konnte ich mich gleich zu Wil van Mol aufmachen, der mir für die erste Nacht Unterschlupf gewährt. Wer den guten Herren nicht kennt, braucht sich nicht wundern, ich kannte ihn bis vor ein paar Stunden auch nicht, aber dank der Familie Kessinger kam dieser Kontakt zu Stande und ich bin sehr froh über diese Gastfreundschaft und die Tatsache, dass ich dort meine erste Nacht verbringen kann.

Meine ersten Eindrücke von Singapur: Es ist sehr warm (sogar abends um zehn hat es noch 25 Grad) und super schwül, wie ich mir bereits gedacht hatte. Taxifahren ist günstig und unproblematisch, wenn man sich nicht daran stört, dass der Taxifahrer den Linksblinker setzt und bis zum eigentlichen Abbiegen noch gefühlte 17 mal die Spur wechselt. Essen ist lecker, günstig, aber mein Magen muss sich wohl noch daran gewöhnen.

Morgen geht’s dann zum ersten Mal an die Uni zum offiziellen Einschreiben. Außerdem finden irgendwelche informationsveranstaltungen statt. Man darf auf alle Fälle gespannt sein. Ich habe inzwischen auch eine singaporianische Nummer. Allerdings weiß ich die noch nicht, das werde ich aber vor dem zubettgehen noch herausfinden und diese dann morgen posten.

Mittwoch, 29. Juli 2009

Goodbye Rotterdam

Jetzt ist es endlich soweit. Die Wohnung is aufgeräumt und geputzt. Meine Wäsche ist gewaschen, gebügelt und entweder eingepackt oder sorgfältig verstaut. In ungefähr fünf Stunden geht mein Flieger von Amsterdam über München nach Singapur und ich muss nur noch meinen Hausschlüssel abgegeben.

Das gibt mir die Zeit meinen ersten Blog (oder auch Internet Tagebuch) Eintrag zu schreiben. Ich dachte mir, dass ich all die Zurückgebliebenen doch wenigstens auf dem Laufenden halten sollte, wenn ich schon ein halbes Jahr für mein Auslandssemester in Singapur bin. Deshalb werde ich von nun an mein Bestes tun, hier in regelmäßigen Abständen das Neueste aus Südost Asien zu berichten, Fotos hochzuladen und euch somit ein bisschen an meinem Abenteuer teilhaben lassen.

Leider gibt es bis jetzt noch nicht so viel zu berichten. Deshalb ein paar Eckdaten vorab:

Meine Universität in Singapur heißt National University of Singapore (NUS). Ich werde da Kurse an der Wirtschaftsfakultät belegen. Wer Interesse hat, kann sich gerne mal die website ansehen: http://bschool.nus.edu.sg/

Eine Wohnung habe ich bis jetzt leider noch nicht in Singapur, deshalb kann ich euch leider noch keine neuen Kontaktdaten geben, aber ich denke, dass sich dieses Problem in den nächsten paar Tagen beheben lässt. Die ersten paar Nächte komme ich bei Freunden und im Hostel unter und von da aus werde ich mich dann auf Wohnungssuche begeben.

Das Wetter in Singapur ist ganz okay. Aufgrund der Monsunzeit ist die Luftfeuchtigkeit sehr hoch, es regnet sehr viel, aber es hat trotzdem über 30 Grad.

Ich denke das reicht für meinen ersten Eintrag. Sobald ich in Singapur gelandet bin, werde ich euch meine ersten Eindrücke und Erlebnisse berichten. In diesem Sinne, viele Grüße und tot ziens (wie man so schön auf holländisch sagt).