Und damit beginnt auch meine Berichterstattung, denn Stau war das erste was uns auf dem Weg vom Flughafen zum Hotel erwartete. Da wir ein sehr gutes Angebot bekommen hatten, beschlossen wir fuer zehn Euro pro Nacht und Nase in ein anstaendiges Vier Sterne Hotel zu gehen. Da die Jugendherbergen auch mindestens vier Euro gekostet haetten und Jakarta generell als eher gefaehrliche Stadt gilt, waren uns die Sicherheit und der Komfort schon sechs Euro mehr wert. Als wir dann endlich um halb zehn abends da waren, ging es auch sogleich weiter zum Abendessen und von da weiter aus in die X-Lounge, einen der besten Clubs die ich je gesehen habe, sowohl was Location als auch Musik betrifft. Zum ersten Mal konnten wir an diesem Abend die grosse Luecke sehen, die zwischen arm und reich in Jakarta klafft.
Am naechsten Tag sollte sich der Eindruck bestaetigen, als wir nach dem Besuch des Hafens in eine der bekanntesten Malls der Stadt fuhren. Von Gucci ueber Armani und Louis Vitton war da wirklich alles vertreten. Da es in unserer Preisklasse eher nichts zu kaufen gab, ging es weiter in eine andere Mall, die aber so unuebersichtlich und voll war, dass wir auch da nicht so wirklich in Shopping Laune kamen, obwohl uns Jakarta als Einkaufsparadies angepriesen worden war und ich dringend neue Unterhosen und Socken gebraucht haette. Nachdem man, wie oben beschrieben, relativ viel im Stau steht wenn man von Punkt A nach Punkt B faehrt, war es auf einmal spaeter Nachmittag und wir beschlossen zurueck ins Hotel zu fahren, um uns da eine klassische indonesische Massage auf dem Hotelzimmer zu goennen.
Sehr entspannt ging es dann weiter zum Abendessen, dem kulinarischen Highlight des Wochenendes, bzw. auch mit das Beste was ich ueberhaupt bis jetzt in Asien gegessen hatte. Es gab japanisches Barbecue, eine Art Fondue, bei der man sein Fleisch oder Seefood in einer grossen Schale mit frischer Gemuesebruehe gart. Als das ganze Fleisch und das in der Suppe schwimmende Gemuese aufgegessen war, wurden noch Nudeln in die Suppe geworfen, welche wir aber gar nicht mehr komplett aufessen konnten, weil wir davor schon so unglaublich viel gegessen hatten. Es war einfach wahnsinn. Anschliessend ging es noch in eine Bar mit Live Musik, wo wir von einer Modelagentin angesprochen wurden, die uns fuer ein Fotoshooting ca. 700 Euro pro Person geboten haette. Das Problem war nur, dass unser Flug zeitlich vor dem Fotoshooting war und wir somit bedauerlicherweise dieses Angebot ausschlagen mussten.
Am Montag stand dann noch Sightseeing auf dem Programm. Zuerst ging es zum National Monument, welches an die Unabhaengigkeit von den Niederlanden erinnern soll. Da Montag war, durften wir leider nicht nach oben fahren um von da die in Smog gehuellte Stadt zu sehen, deshalb ging es weiter zur groessten Moschee Suedost Asiens. Nachdem wir dort in Kitteln, die auch aus einem Harry Potter Film stammen koennten, herumgefuehrt worden waren, ging es weiter in eine anstaendige katholische Kathedrale, welche praktischerweise gleich auf der anderen Strassenseite war. Da wir den halben Tag in der Affenhitze herumgelaufen waren, fuhren wir dann in eine nahe gelegene Mall um da bei guter Aircondition Mittag zu essen. Da wir unbedingt unseren Flug erwischen und keinerlei Risiko eingehen wollten, ging es von der Mall zum Hotel wo noch immer unser Gepaeck war und von da weiter zum Flughafen und zurueck in die zivilisierte Welt in Singapore.
Fazit: Jakarta war eine sehr interessante Erfahrung, aber nach zwei Tagen hatte ich genug von der Stadt. Trotz der Groesse gibt es erstaunlich wenig zu sehen fuer Touristen. Abgesehen von den Hochhaeusern ist alles relativ baufaellig und heruntergekommen und ich kann mir nur sehr schwer vorstellen, dort eines Tages zu leben und zu arbeiten, denn der Stau und der Gestank wuerden mich innerhalb weniger Tage dezent in den Wahnsinn treiben. Nichtsdestotrotz hatten wir ein sehr lustiges Wochenende, bei dem wir eine komplett andere Seite von Suedostasien entdecken konnten. Bilder gibt es dann in den naechsten Tagen...
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