Mittwoch, 16. Dezember 2009

Saigon

Nachdem es nur Nachtbusse und -züge nach Saigon zu wirklich unmöglichen Zeiten gab, fuhren wir am nächsten Tag in der Früh mit dem normalen Zug nach Ho Chi Minh City. Wir kamen am späten Nachmittag an und machten uns erstmal auf die Suche nach einem Hotel. Da es auch in Saigon genügend preisgünstige Zimmer gab, war das kein Problem. Nach dem Abendessen bummelten wir dann noch die Stadt, aber nachdem ich ein bisschen Probleme mit dem Bauch hatte verzichtete ich auf die üblichen Abendbierchen und ging ins Bett.

Am naechsten Tag stand dann ordentlich Sightseeing auf dem Programm. Wir begannen bei der Reuniification Hall (dem frueheren Praesidenten Palast). Dort standen auch noch alte Panzer und Flugzeuge aus der Zeit des Vietnam Krieges rum. Das Gebaeude an sich war aber ein haesslicher kommunistischer Plattenbau, den man sich schon mal anschauen kann, aber sicher nicht muss. Von dort ging es weiter zur Notre Dame Kathedrale, die aber leider zur Mittagszeit geschlossen hatte. Da auch das War Crime Museum ueber Mittag geschlossen hatte, bummelten wir durch die Stadt und genehmigten uns ein Mittagessen. Danach ging's aber dann direkt zum War Crime Museum, welches fuer mich wirklich erschreckend und schockierend war. Man kann sich nicht vorstellen, wie die Leute waehrend des Vietnam Krieges misshandelt und gefoltert wurden. Nach knapp zwei Stunden schockierender Bilder und Berichte hatten wir uns erstmal ein Bier verdient. Anschliessend gingen wir auf einen Markt und beschlossen dann aber nach einem ganzen Tag voll mit Laufen und Sightseeing zur Massage zu gehen.

In Ho Chi Minh City gibt es eine Einrichtung, wo man sich von Blinden massieren kann. Das ist einerseits serioes und andererseits unterstuetzt man das Blinden - Programm. Danach gabs ein wahnsinns Barbecue und Karaoke. Leider verletzte sich Jochen schon wieder, dieses mal rutsche er beim Tanzen aus und verstauchte sich den Knoechel. Damit war der Abend erstmal gelaufen und wir gingen heim.

Am naechsten Morgen ging's ins Mekong Delta. Der Ausflug entpuppte sich aber mehr als touristische Kaffeefahrt, bei der man alle 10 Meter irgendwelche lokalen Produkte von Honig ueber Klamotten, Lederwaren und Schnapps kaufen konnte. Wir schipperten ein bisschen mit Booten herum, wurden in Pferdekutschen herumkutschiert, sahen wie man aus Kokosnuessen Suessigkeiten machen kann und wurden mit lokalen Gesaengen unterhalten. Alles in allem war es ein netter und unterhaltsamer Tag, auch wenn ich mir persoenlich mehr landschaftliche Eindruecke vom Mekong Delta erwartet hatte.

Am naechsten Tag fuhren wir dann noch zu den Cu Chi Tunneln, eine Tunnel Netzwerk welches sich in der Naehe von Saigon ueber mehr als 250km erstreckt. Die Eingaenge zu den Tunneln waren so eng, dass ich mit meinen breiten Schultern nicht durchpasste. Zum Glueck gab es aber auch einen Tunnel, der extra fuer Touristen ausgebaut worden war. Ansonsten konnte man dort auch noch mit diversen Maschinengewehren schiessen, einen vietnamesischen Propagandafilm schauen und die Guerilla Methoden der Vietcong bestaunen. Zurueck in Saigon wollten wir dann noch einen kurzen Abstecher nach Chinatown machen. Unser Taxifahrer meinte er wuesste wo's hingeht. Als wir aber am Ziel angekommen waren, sah es irgendwie gar nicht nach Chinatown aus und wir schauten ihn fragend an. Da deutete er nur auf das Hotel auf der linken Seite und meinte "Sheraton". Das ganze muss man sich mit einen extremen asiatischen Akzent vorstellen. Wir fingen furchtbar an zu lachen und stiegen aus. Der arme Taxifahrer denkt aber wohl bis heute alles richtig gemacht zu haben. Schliesslich schafften wir es aber dann doch noch nach Chinatown, was leider wenig spektakulaer war. Deshalb widmeten wir uns lieber einem weiteren ueppigen Abendessen, bevor wir nach ein paar Feierabend Bierchen ins Bett gingen, weil es am naechsten Morgen schon um sechs mit dem Bus nach Cambodia ging.

Nha Trang

Die Nacht im Schlafbus war wenig spektakulär und m nächsten Morgen waren wir um sechs in Nha Thrang. Nachdem wir uns erst ein Hotel gesucht hatten, gab es erstmal ein anständiges Frühstück mit Omlett und Kaffee. Frisch gestärkt mächten wir uns erst auf Richtung Bahnhof um schon mal unsere Zugtickets für den nächsten Tag zu buchen, da wir keinem der Hotelmanager noch so richtig über den Weg trauten.

Anschließend ging es zur ersten Attraktion der Stadt, einer Buddha Statue hinter einem weiteren Tempel. Erst da realisierten wir, dass wir alle noch ziemlich geschlaucht von der Nacht waren und eigentlich relativ wenig Lust auf den hundert und drei und vierzigsten Tempel hatten. Deshalb beschlossen wir in eine nahe gelegenes Spa zu fahren, welches berühmt für seinen Heilschlamm und seine heißen Quellen war. Gesagt getan. Für ganze drei Euro durften wir uns eine knappe Stunde im Schlamm suhlen und anschließend in Becken mit heißem Mineralwasser entspannen. Eine Riesen Gaudi. Nach ca 3 Stunden hatten wir aber genug von Entspannungs-Bädern und wir suchten uns ein kleines Restaurant mit Meerblick. Leider konnte das Personal überhaupt kein Englisch, aber mit den Bildern in der Speisekarte konnten wir dann doch irgendwie unsere Bestellung aufgeben. Das Ergebnis war ein weiteres Festmahl für 3 Euro (inklusive 3 Getränken pro Person, Seafood, Gemüse und Reis). Das Preis-Leistungs-Verhältnis in Vietnam für Essen und Trinken war echt unschlagbar.

Am Nachmittag besichtigten wir dann doch noch eine kleine Tempelanlage, weil wir alle ein schlechtes Gewissen hatten, dass wir an dem Tag erst so wenig Kultur gesehen hatten verglichen mit den anderen Tagen. Danach ging's aber auf die Dachterasse unsres Hotels,wo wir uns gemütlich in Hängematten bis zum Abendessen unseren Büchern widmeten. Das Abendessen war wie zu erwarten wieder ein Festmahl und nach ein paar Runden Billard ging's ins Bett.

Hue und Hoi An

Nach einer Nacht im Schlafwagon waren wir zwar nicht unbedingt die frischesten, aber nach einer warmen Dusche doch fit genug um zur purpurnen Stadt zu gehen, der ehemaligen Hauptstadt. Leider holte mich dort das Schicksal wieder ein, dem ich zuvor erfolgreich zwei Monate lang enteilt war. Ich verlor mal wieder was, dieses Mal meinen Geldbeutel mit allen Bankkarten, ein bisschen Bargeld und anderen Sachen, die zwar nicht so wichtig, aber doch schöne Andenken an die Zeit in Singapore gewesen wären, z.B. meine NUS Student Card. Die Purpurne Stadt war somit für mich gelaufen und ich fuhr sofort zurück ins Hotel, wo ich mit der Hilfe von meinem Paps alle Karten sperren konnte. An dieser Stelle nochmal ein dickes Dankeschön und Entschuldigung für all das Chaos das ich mal wieder verursacht hatte.

Beim ganzen email schreiben stolperte ich dann über ein Email vom Atlantik Hotel in Hanoi. Der Manager war besorgt und wollte wissen, ob alles mit uns okay sei, weil wir doch eine Anzahlung geleistet hätten, aber nie in seinem Hotel angekommen wären. Da wurde uns bewusst, wie krass wir beschissen worden waren. Uns war zwar kein finanzieller Schaden entstanden aber allein das Gefühl auagetrickst geworden zu sein, wurmte uns schon sehr. Den Rest des Tages verbrachten wir dann mit dem Besichtigen von Pagoden, dem Markt bevor wir den Tag mit tollem Fisch, Bier und Billard ausklingen ließen.

Da wir am nächsten Tag nur eine vergleichsweise kurze Wegstrecke zurücklegen mussten, hatten wir uns für den Mittagsbus nach Hoi An entschieden, was uns am Vormittag noch die Zeit gab eine berühmte Grabanlage zu besichtigen. Dieses Mal blieb ich vom Unglück verschont, aber Jochen rutschte auf ein paar nassen Steinen aus und viel von einer kleinen Mauer. Zum Glück war der Boden ordentlich vom Regen aufgeweicht und matschig, sodass er sich nicht wirklich weh tat, aber seine Klamotten konnten wir erstmal in Hoi An in die Wäsche geben.

Dort kamen wir dann am späten Nachmittag an. Die Stadt ist unter anderem bekannt für seine über 2000 Schneider und die historische Altstadt, die im Licht der Lampions auch wirklich zauberhaft aussah. Nachdem wir ein bisschen herum gebummelt waren, beschlossen wir am Fluss auf einer Dachterasse zu Abend zu essen und einmal mehr war das Essen einfach wahnsinn.

Am nächsten Tag stand dann ein bisschen Sightseeing auf dem Programm, unter anderem der lokale Markt, eine alte japanische Brücke und alte Häuser. Nachdem wir (mal wieder) ausgiebig zu Mittag gegessen hatten ließen wir es am Nachmittag etwas ruhiger angehen und nachdem wir hoch einen alten Tempel gesehen hatten gingen wir zurück zum Hotel wo wir die letzte Stunde bevor unser Nachtbus kam mit Lesen, Postkarten schreiben und Emails verbrachten.

Halong Bay und Hanoi

Früh morgens am Mittwoch den 02. Dezember wurden wir am Hotel abgeholt und nach Halong Bay gebracht. Dort bestiegen wir mit ca. 15 anderen Leuten ein Boot und raus ging es in eine der berühmtesten Buchten der Welt. Zuerst gab es lunch auf dem Boot. Anschließend schipperten wir vorbei an irgendwelchen Felsmassiven, die dort zu tausenden aus dem Wasser ragen. Es sah wirklich beeindruckend aus. Nachdem wir noch zwei Höhlen besichtigt und uns bewusst viel Zeit gelassen hatten ging es zurück aufs Boot. Der Grund unsere Trödelei war der Sonnenuntergang den wir unbedingt auf dem Boot sehen wollten, was uns zum Glueck auch gelang. Anschließend ging es drei Stunden lang zurück nach Hanoi. Ein erfolgreicher Tag wurde dann mit Abendessen und ein paar lokalen Bieren (die übrigens überall je nach location nur zwischen 35 Cent und €1,35 kosten, aber nie mehr. Meistens war Cola teurer als Bier, also kann sich der aufmerksame Leser ausmalen was das Hauptgetränk unserer Reise war) im Old Quarter der Stadt zu Ende gebracht.

Am Donnerstag sah unser Reiseplan Sightseeing in Hanoi vor und abends mit dem Nachtzug nach Hue. Wir besuchten das Ho Chi Minh Mausoleum, seine letzten Wohn - und Arbeitsstätten und das Museum of Anthropology. Nach einem leckerem lunch auf einer Dachterasse waren wir noch im Temple of Literature und bummelten ein bisschen durch's Old Quarter. Danach ging's nochmal kurz ins Hotel, wo wir endlich unsere Zugtickets abholen konnten. An dieser Stelle ein wichtiger Hinweis für alle die noch durch Vietnam reisen wollen: Kauft die Zugtickets nur am Bahnhof. Unser freundlicher Hotel-Manager hatte nämlich nicht nur den langsameren (und somit auch deutlich billigeren) Zug gebucht, sondern auch fast doppelt so viel dafür verlangt und sich somit selbst eine gute Provision genehmigt. Stocksauer aber auch einigermaßen müde schliefen wir aber dann kurz nach der Abfahrt ein.

Vietnam - Der Anfang

Der Beginn unserer Reise nach Vietnam war gekennzeichnet von einigen Schwierigkeiten und Anfängerfehlern, die uns eigentlich nicht hätten passieren dürfen. Jochen, der unsere Flüge gebucht hatte, hatte bereits eine Woche vor Abflug für die erste Aufregung gesorgt. Er hatte nämlich unsere Flüge statt wie geplant für den 2. Dezember aus Versehen für den 1. Dezember gebucht. Das Problem war, dass 3 Mitglieder unsere fünf-köpfigen Reisegruppe an dem Tag noch eine Prüfung schreiben mussten und es da eine signifikante zeitliche Überschneidung gab. Nachdem wir aber dem Professor unsere Situation erklärt und im Dean's Office vorgesprochen hatten, durften Till, Jochen und ich eine Stunde früher und unter besonderer Aufsicht die Prüfung schreiben. Eine solche Ausnahmeregelung, so ließ man uns wissen, hätte es in den letzten zehn Jahren nicht gegeben.

Wir waren natürlich super happy und gleich nach der Prüfung ging es zum Flughafen. Dort warteten bereits Lukas und Michael (sprich der Rest unserer Reisegruppe) sowie weitere Probleme auf uns. Lukas, Till und Jochen hatten nämlich Visas, die sie erst ab dem 02. Dezember zur Einreise nach Vietnam berechtigte, was beim ursprünglichen Flugtermin auch kein Problem gewesen wäre. Mit viel Charme und ein bisschen Flunkern konnten wir dann aber die Check-in lady überzeugen, dass schon alles okay wäre. Wir wussten zum dem Zeitpunkt natürlich nicht, was die Einreise-Beamten in Vietnam zu dem Thema zu sagen haben würden.

Glücklicherweise hatten die Zoll-Beamten aber auch nix dagegen und ließen die drei anstandslos einreisen. Nachdem wir uns mit Vietnamesischen Dongs ausgestattet hatten, fuhren wir mit dem Taxi zu unserem Hotel. Als wir dort ankamen, erklärte uns ein freundlicher junger Vietnamese, dass wir leider auf ein anderes Hotel umgebucht werden mussten, welches aber dem gleichen Besitzer gehörte. Wir schenktem ihm Glauben, was sich noch als folgenschwerer Irrtum herausstellen sollte. Nach einem kurzen dinner und ein paar drinks ging es dann aber ins Bett, weil am nächsten Tag ein Tagestrip nach Halong Bay auf dem Programm stand.