Um 3.30 Uhr ging vergangenen Freitag der Wecker und eine halbe Stunde saß ich mit Jochen, Lukas und Till im Taxi zum Flughafen mit dem Reiseziel Bangkok. Nachdem wir uns im Duty Free Shop mit einigen nützlichen Sachen eingedeckt hatten und uns noch mal kräftig die Füße im Massageautomaten durchgeknetet wurden ging es dann mit Tiger Airways auch endlich los.
Unsere erste Unterkunft war das Happy House in der Nähe der berühmt berüchtigten Kaosan Road. Wir brachen aber sogleich auf zum Schneider, d.h. wir wurden mit einem Privatbus abgeholt. Dort wurden wir nach allen Regeln der Kunst hofiert und ließen unsere Körper vermessen. Till und ich ließen uns Anzüge schneidern, die anderen wollten "nur" 5 Hemden. Nach den in Thailand üblichen Verhandlungen über den Preis und ein paar drinks, waren alle zufrieden (sowohl die Verkäufer als auch die BWL-Studenten aus Singapur) und wir ließen uns wiederum mit dem Privatbus der Schneiderei nach Chinatown fahren. Dort empfahl uns ein netter Thailänder, seines Zeichens Englischlehrer, eine Bootstour. Wir drückten den Preis auf die von ihm prognostizierten 500 Bath (ca. 10 Euro) und wir bekamen unser eigenes Boot das uns durch die Seitenarme des Latte Macchiato Flusses chauffierte. Der Name ist natürlich frei erfunden, der richtige Name spielt auch keine Rolle. Wichtig ist nur zu wissen, dass es eine richtige Drecksbrühe war und die Sichtweite im Wasser geschätzte 10cm betrug. An einer flachen Stelle des Seitenarmes setzte das Boot aufgrund der schweren Europäer auf dem Grund auf, sodass wir nach vorne beordert wurden, wobei mir meine Kamera ins Wasser fiel. Obwohl wir den Einheimischen, die am Flussufer in provisorisch anmutenden Hütten leben, 2000 Bath (ca. 40 Euro) in Aussicht stellten, wenn sie die Kamera in dem Brackwasser fänden, war die Aktion leider nicht von Erfolg gekrönt. Der Ärger wurde erstmal mit Bier heruntergespült und mit einem Tuck Tuck ging es anschließend ins Hotel, wo wir uns ein gemütliches Mittagsschläfchen genehmigten. Das Abendpogramm bestand aus thailändischem Essen und einer thailändischen Akrobatik Vorführung mit traditionellen lokalen Kunststücken, bevor wir dann gegen Mitternacht erschöpft ins Bett fielen.
Da wir am Freitag am Flughafen bereits eine spotbillige Rundfahrt des Tourismusbüros klargemacht hatten (pro Person 2,50 Euro), ging es Samstag Morgen drei Stunden lang in einem Bus mit Klimaanalage nur für uns vier und mit einem Tourguide bewaffnet erst zu verschiedenen Tempeln und anschließend zu unserer ersten Fitting Session bei unserem Schneider. Nach ein paar Änderungswünschen ging es (natürlich wieder mit dem Bus des Schneiders) weiter in die Fraser Suits, unserem eigentlichem Hotel. Eckdaten: 180m Penthouse Suite im 29.Stock, Masterbedroom mit Blick über die ganze Stadt und Swimming Pool im 7.Stock. Finanziert wurde das ganze von einem netten Singaporianer, der jedes Jahr ein paar Trips für Austausch Studenten organisiert und uns mit diesem Hotel ein kleines Abschiedsgeschenk machen wollte, bevor es für ihn wieder nach Harvard geht, wo er gerade seinen MBA macht. Abends wurde dann im legendären Bed Supper Club, einem ufogleichen Gebäude mit komplett in weiß gehaltener Inneneinrichtung und in einen anderen Club, der sich "The Tunnel" nennt und dessen Eingang einzig und allein von einem Türsteher mit Taschenlampe beleuchtet wird, ordentlich gefeiert.
An unserem leicht verkaterten Sonntag mussten wir dann aber noch unbedingt in den Grand Palace des göttlich verehrten thailändischen Königs und in eine riesige Shopping Mall in der man ungefähr alle Fälschungen dieser Welt käuflich erwerben konnte. Nach der letzten Anprobe unserer Anzüge und Hemden mit unseren Schneidern im Hotel, ließen wir dann ein mehr als gelungenes Wochenende im Wirlpool ausklingen. Da meine Kamera leider wohl noch immer auf dem Grund des Latte Macchiato Flusses liegt, werde ich mir in den nächsten Tagen erstmal die Bilder von meinen Freunden holen müssen, um euch ein paar bildliche Eindrücke zu ermöglichen. Die nächsten zwei Tage werde unitechnische einigermaßen stressig und am Freitag um sieben geht es dann zur Hochzeit meines großen Cousins Stefan nach Charlottesville, Virginia.
Dienstag, 8. September 2009
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen