Montag, 28. September 2009

Borneo

Am Freitag ging es abends von Singapore gen Kota Kinabalu, eine Stadt gelegen im Nord Osten vom malaysischen Teil Borneos. Gegen Mitternacht waren wir in unserem Hostel und schon sechs Stunden später ging es zum Busbahnhof von wo aus wir nach Semporna fuhren. Nachdem wir uns an den verrückten Busfahrer, den lieblichen Geruch aus der beinahe überlaufen Toilette und den sich dezent übergebenen Einheimischen vor uns gewöhnt hatten, setzte uns leider eine Reifenpanne für ca. 2 1/2 Stunden außer Gefecht. Irgendwann kamen wir aber endlich in Semporna an. Nach kurzem Suchen fanden wir auch unser Hostel und nach einem kurzen Abendessen ging es ins Bett.

Am nächsten Tag hieß es um halb sieben schon wieder Aufstehen und auf zum Tauchen in Mabul. Auf insgesamt drei Tauchgängen sahen wir einige Schildkröten, Moränen, Baracudas, viele andere bunte Fische und einen riesigen Zackenbarsch. Für uns als blutige Tauch Anfänger war der Tag wieder ein Riesenerlebnis. Einziger Negativ Punkt war die Tatsache, dass meine Uhr anders als erwartet nicht wasserdicht war. Nachdem vor ein paar Wochen aber irgendwie auch schon mal Wasser reingekommen war und das Uhrwerk anscheinend zu rosten begonnen hat, verfärbte sich das Wasser in der Uhr schnell in rostbraun und es bedarf wohl einer Generalreinigung, Überholung und evtl. eines neuen Uhrwerkes. Ist aber wohl alles halb so wild und sicher nicht so schlimm um mir die Laune zu verderben.

Am Freitag ging es dann wieder zeitig zum Busbahnhof und um halb acht geb Sepilok, einer von weltweit vier Orang Utan Auffangstationen. Die Organisation versucht sich an dem Spagat einerseits Orang Utan Babies aufzupeppeln und sie auf ein Leben in freier Wildbahn vorzubereiten, andererseits wollen sie auch Einheimische aufklären und Touristen etwas bieten. Da aber die Affen im Vordergrund stehen, gibt es pro Tag nur zwei Fütterungen. Diese sind aber nicht "verpflichtend" für die Affen. Es läuft eher nach dem Prinzip, wer grad Hunger und Lust hat, kommt halt vorbei. War aber sehr interessant. Um sieben ging es dann mit dem Nachtbus zurück nach Kota Kinabalu.

Am Samstag hieß es dann White Water Rafting. Pünktlich um viertel nach acht wurden wir von einem Minivan abgeholt. Mit an Board: Team Singapore, drei Ingenieure die nur Blödsinn im Kopf hatten, ein Japaner, ein schweigsames Pärchen unbekannter Herkunft und natürlich Team Germany, bestehend aus Lukas, Sven (ein anderer NUS Austausch Student, der sich der Rundrum-Sorglos-Borneo-Abenteuer-Reise organisiert von Reisebüro Weber in Semporna angeschlossen hatte) und natürlich meine Wenigkeit, der Reiseleiter. Nach drei Stunden Busfahrt durch die atemberaubende Landschaft von Sabah ging es dann mit dem Zug weiter. Auch wenn eigentlich das geschlossene Abteil für die Touristen vorgesehen war, beschlossen wir uns zu den locals auf die Ladefläche zu setzen. Da aber plötzlich ein wahnsinns Regen einsetze ging es doch zurück in den Zug. Nach einem kurzen lunch und einem Briefing durften wir dann endlich in die Schlauchboote und auf den Fluss. Auch wenn das Wasser durch den starken Regen und die dadurch aufgewirbelten Sedimente eher braun war und nicht weiß hatten wir knapp drei Stunden lang richtig viel Spaß in den Stromschnellen. Da wir einige Male aus dem Boot flogen zogen wir uns alle kleinere Verletzungen zu, aber zum Glück nichts ernsthaftes. Der kleine Cut über meinem linken Auge, verursacht durch Lukas Paddel, entstellte mein von wildem Bartwuchs ohnehin schon entstelltes Gesicht auch nur geringfügig weiter. Ziemlich erschöpft ging es dann mit dem Zug ins nächste größere Dorf, wo unser Fahrer bereits auf uns wartete und uns auf schnellstem Weg zurück nach Kota Kinabalu brachte.

Am Sonntag - unserem letzten Tag in Borneo - stand nochmal Kultur auf dem Programm und zwar das Monsopiad Cultural Village südlich von Kota Kinabalu. Da wir die einzigen Besucher waren galt die ungeteilte Aufmerksamkeit der Belegschaft Team Germany. Zuerst kamen wir in den Genuss lokaler Tänze. Anschließend durften wir uns zur Belustigung der anwesenden Damen ebenfalls an den Tänzen versuchen. Weiter ging es mit Steinschleuder - und Blasrohrschießen, sowie anderen lokalen Vergnüglichkeiten. Eine Führerin erklärte uns alles in dem originalgetreu nachgebauten Dorf. Zum Abschluss der Tour durften wir auch in die Trophäenkammer eines berühmten Headhunters, in der über 30 Totenköpfe von der Decke baumelten. Zum Ausklang kamen wir dann noch in den Genuss von Betelnüssen, die leider nach absolut gar nix schmeckten und außer einer pelzigen Zunge keinerlei Wirkung zeigten. Nach zwei sehr unterhaltsamen Stunden ging es dann zurück nach Kota Kinabalu. Lukas hatte dort nach Mittagessen und Kaffee die grandiose Idee, vor der Rückkehr ins zivilisierte Singapore noch einen chinesischen Barbier aufzusuchen um wieder einigermaßen menschlich zu werden. Gesagt getan. Der kleine Cousin ließ dem Reiseleiter den Vortritt, doch nachdem er die komplette Prozedur genau begutachtet hatte, verzichtete er dankbar. Nachdem ich die komplette Zeit meine Augen geschlossen hatte, konnte ich natürlich nicht sehen was er gesehen hatte, aber er meinte, dass ihm doch etwas mulmig zu Mute geworden war als mir der gute Barbier nicht nur den 10-Tage-Abenteuer-Bart sondern auch alle übrigen Haare im Gesicht (inklusive der auf meinen Augenliedern, von denen ich nicht einmal wusste, das sie existieren) mit der Rasierklinge entfernt hatte. Ich war jedenfalls mit der Rasur zufrieden (Vorher - Nachher Bilder gibts unter dem link "Borneo" zu sehen) und gut gelaunt ging es zum Flughafen, von wo aus wir mit ein bisschen Verspätung zurück nach Singapore flogen.

Fazit: Der Abenteuer Urlaub in Borneo war ein voller Erfolg für mich, vor allem auch weil die anderen Mitglieder der Reisegruppe Weber viel Spaß hatten und bis auf die Reifenpanne alles absolut problemlos ablief. Natürlich hätte ich gerne ein paar mehr Affen gesehen oder meinen extra mitgebrachten Leatherman zu einem Einsatz verholfen, aber unsere Erlebnisse waren auch so eine Riesen-Erfahrung.

1 Kommentar:

  1. wann gibt´s mal wieder ein posting ??
    für uns langnasen ohne regierung und mit oktoberschnee ist ALLES exotisch und interessant aus hinterg...südostasien.

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